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Gnvppe XII. Graphische Künste.
ferten namentlich architektonische und Ornamentvorlagen für durch-brochene Holzarbeiten. Max Ravizza ebenfalls architektonische Werke.
Leipzig nimmt nicht im Buntdruckfache eine seinen typographi-schen Leistlingen ebenbürtige Stellung ein, wenn auch Einzelne Gutesleisten, unter diesen J. G. Bach, der sich seit dem Jahre 1844 imFarbendruck rühmlich ausgezeichnet hat. Zahlreiche Blumen-, Frucht-und Costümbilder sprechen für die Tüchtigkeit der artistischen Leitungdes Instituts, das jetzt in die Hände von Julius Klinkhardt über-gegangen ist. Es fehlt Leipzig noch sehr an zeichnenden Künstlern,Sammlungen und Schulen zur Ausbildung des künstlerischen Sinnes;selbst die vor einigen Jahren eingerichtete Buchdruckerschule ist leiderwieder sistirt. — Ein grosses Vergnügen gewährte das Durchblätternder reichen Mappe von Breidenbach & Co. in Düsseldorf. Die An-stalt beschäftigt 75 Arbeiter und leistet, durch dortige Künstlerkräftelebhaft unterstützt, im Schwarz- und Buntdruck Vorzügliches. Die Ar-beiten von Weilaudt & Co., ebenfalls in Düsseldorf, gehören nicht zuden geringsten.
Aus den Nordwestmarken, von wo man sonst gerade nicht gewohntist, die hervorragendste Vertretung der graphischen Künste zu erwar-ten, hatte sich diesmal ein Repräsentant eingestellt, wie er sich nichtwürdiger hätte finden lassen können. G. W. Seitz in Wandsbeckist ein Mann, der, für sein Fach begeistert, eine Ehre darein setzt, inseinen Reproductionen vollständig in die Intentionen des Künstlers auf-zugehen. Seine Aquarelldrucke nach den Nilskizzen Carl Werner’ssind echte Perlen der deutschen graphischen Kunst und ohne etwas zuwagen, konnte Seitz seine Copien neben die Originale hängen. Wasin den ersteren von den letzteren abweicht, ist auf eigene Anordnungdes Künstlers geschehen. Dieser, dessen feine Farbenstimmungen wahr-lich nicht leicht wiederzugeben sind, hat sich in der schmeichelhaftestenWeise über diese Leistungen öffentlich ausgesprochen. Wäre noch eineBekräftigung der Worte des Meisters nothwendig, so haben die Mit-glieder des Düsseldorfer Malkastens diese in der bündigsten Weiseertheilt. Von den übrigen Arbeiten von Seitz erwähnen wir noch„Das Blumenjahr “(12 Aquarelle nach JohannaBrehmer); zwei pracht-volle Wandbilder: „Gestrandetes Auswandererschiff“ und „Great
Heistern, die Insel Wight passirend“, nach Gemälden von Rud. Ilar-dorff. In für die Laien höchst instructiver Weise führte uns Seitzdie Entstehung des Bildes „Grosspapa und Grossmama“ nach E. Schu-ba ck mittelst der 16 Stufen der Farbenplatten vor. Höchst überraschendsind dabei die Wirkungen, die manchmal durch eine sehr indifferenterscheinende Farbenplatte erzielt wurden. Die Anstalt ist 1856 gegrün-det und beschäftigt in einem neu aufgeführten Gebäude von 20 000Quadratfuss Arbeitsräume 82 Personen mit 5 Schnellpressen und 22meist durch Dampf betriebenen Handpressen. Im Jahre 1872 sind an