Section VI. Die Wirkwaaren. 611
Strümpfe von F. & J. Pilz in Böhmisch - Kamnitz, die sich durchBilligkeit auszeichnen.
In Phantasiewaaren hatten Heller & Co. in Teplitz geschmack-volle Sachen geliefert; auch Gröber & Ileinzle in Bregenz in Vorarl-berg leisten auf diesem Gebiet Anerkennenswerthes.
Die Schweiz liefert im Wirkwaarenfacke wenig Hervorragendes.Genf, Freibui’g, St. Gallen, Amriswyl und Eriswyl hatten Kulir- undKettenarbeiten, als seidene Hemden und Hosen, Fangwaaren und Iland-strickereien sowie Rahmenarbeiten von keiner besonderen Vollendungausgestellt.
Italien hatte aus Mailand und Palermo Kulirarbeiten ausgestellt.Die seidenen Strümpfe und Socken von Heinrich Beati in Mailandwaren von ausgezeichneter Güte und Schönheit.
Deutschland nimmt in der Wirkwaarenindustrie eine der erstenStellen ein. Es erzeugt vornehmlich Stapelartikel und exportirt davonausserordentliche Quantitäten. Die Sitze der deutschen Wirkerei sindhauptsächlich Sachsen mit dem Kreisdirectionsbezirk Zwickau, woselbstChemnitz Mittelpunkt einer grossartigen Industrie ist, ferner Mittel-franken in Bayern und der Schwarzwaldkreis in Württemberg. DieFabrikation geschieht meistens in grossartigen geschlossenen Etablisse-ments, welche sich die mechanischen Erfindungen der neuesten Zeitangeeignet haben. Begünstigt wird dieselbe durch die vorzüglichenheimischen Maschinenfabriken, welche die besten mechanischen Stühleliefern und auch auf der Ausstellung allgemeine Anerkennung gefundenhaben. Die Strickmaschinen von Otto Kummer in Dresden; die Rund-stühle von G. Iiilscher, Brauer & Ludwig, May & Stahlknechtin Chemnitz, von Stücklen & Terrot in Stuttgart; der mechanischeKettenstuhl von Ernst Saupe in Limbach in Sachsen und Anderengehen den Wirkwaarenfabrikanten die besten Apparate zu vielseitigen,den Ansprüchen der Zeit entsprechenden Producten. Leider gestattetder Mangel einer deutschen Gewerbestatistik nicht eine genaue Angabeder in Deutschland in Betrieb befindlichen Wirkmaschinen. Die Zoll-vereinsstatistik von 1861 gab die Anzahl der Strumpfstühle auf31 386 Handstühle und 4236 Maschinenstühle an. Die seitdem verflos-senen zwölf Jahre haben dieselben in bedeutendem Maasse vermehrt.Als Fortschritte, welche diese Industrie in den letzten Jahren gemacht,ist die Fabrikation vollständig regulärer Strümpfe auf mechanischenStühlen zu erwähnen, die unter anderen von der Nottingham Manu-facturing Company in Chemnitz ausgestellt waren; ferner die Fabri-kation der sogenannten Patentwaaren, zum Theil auf mechanischen(Rundschlauch-) Stühlen, zum Theil auf Handstühlen (Patentstühlen),