5 f!2 Gruppe V. Textil- und Bekleidungs- Industrie,
gleichende Flachsanbau- und Düngungsversuche und Verbreitung derenErgebnisse durch Wort und Schrift.
ad Frage 3.
I. Unter den bisher angewendeten Flachsbereitungmethoden habensich nur diejenigen praktisch bewährt, bei welchen die Leinstenge]einem Gährungsprocesse unterworfen (geröstet) wurden, ehe die Tren-nung der spinnbaren Faser von der Holzsubstanz durch Brechen undSchwingen erfolgt.
II. Von dem gebräuchlichen Röstverfahren liefert die Wasserröste,wie sie in der Gegend von Conrtrai in der Lys ausgeführt wird, dievorzüglichsten Resultate. Dasselbe Verfahren lässt sich ohne grosseSchwierigkeiten auch an anderen Orten nachahmen und ist dringendzu empfehlen. Es wird Aufgabe des ständigen Ausschusses sein, dieModificationen festzustellen, welche die verschiedenen Verhältnisse dereinzelnen Länder hierbei erheischen.
III. Es empfiehlt sich, gute Röstanstalten für Rechnung vonGemeinden oder Corporationen zu errichten, damit auch den kleinenFlachsproducenten die Vortheile derselben gegen eine entsprechendeVergütung zu Theil werden.
IV. Die Handarbeit beim Brechen und Schwingen des Flachseswird durch Maschinenarbeit ersetzt werden müssen. Der Congressconstatirt, dass die Maschinenarbeit auch für die feinsten und bestenFlachse mit Vortheil anzuwenden und zu empfehlen ist.
V. Zur Beförderung und Ausdehnung der Flachsproduction tragenLohn- und Schwinganstalten, wie solche in Irland in grosser Zahlbestehen, wesentlich bei. Dieselben sind mit ungleich geringeren Kostenherzustellen und zu verwalten, als Flachsbereitungsanstalten, und ihreallgemeine Verbreitung muss als ein Fortschritt anerkannt werden.
VI. Für die Handarbeit ist die Einführung der belgischen Flachs-bereitungsmethode zu empfehlen. Sie kann unterstützt werden durchAnlage von Brechanstalten eventuell auch durch Benützung von Ma-schinen.
ad Frage 4.
Bezüglich der Frage beschliesst der Congress, die Erörterungender Gebrechen des Flachshandels und der Mittel zur Beseitigung der-selben dem ständigen Ausschüsse zu überlassen, spricht aber dem Refe-renten, Herrn Morel aus Gent (der, an persönlichem Erscheinen gehin-dert, einen schriftlichen Bericht eingesandt hatte), für die eingehendenVorarbeiten und Vorschläge zur Beantwortung dieser Frage seinenDank aus.