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1 (1874)
Entstehung
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523
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Section II. Baumwollwaaren.

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Was von der Spinnerei zu rühmen war gilt von der Weberei invollem Maasse. Glatte und gemusterte Gewebe wie Oallicos, Brillantines,Croisees, welche wir als die gewöhnlichen Maschinengewebe bezeichnenwollen, waren in einem grossen Umfange vertreten. Besondere Anerkennungerwarben sich: Joh. Liebieg & Co., Actiengesellschaft Trummau,Leopold A.beles, Marbach &Riecken, F.M. Hämmerle, Cloetta& Schwarz, Kleinmünchen, Mauthn er & Hellmann, Spinnereiund Weberei Laibach, Brüder Etrick, Fr. Kubinzki, JuliusLeon und mehrere Andere.

Die mechanische Jacquardweberei war gleichfalls gut vertreten,namentlich sind es die Rock- und Hosenzeugstoffe, welche eine bedeu-tende Industrie ausmachen. Obgleich dieselbe, einzelne Fabrikan-ten ausgenommen, noch nicht die belgischen und Gladbacher Fabri-kate erreicht, wird dieser Artikel nicht allein in grossen Mengen er-zeugt, sondern selbst exportirt. Diese sowie die Yelvet- und Kalmuck-industrie ist in Nordböhmen heimisch und der Handstuhl, welcherfrüher ausschliesslich in Anwendung kam, wird immer mehr durch denKraftstuhl verdrängt. Die Fabrikate von G. A. Fröhlichs Sohn, Ed.And.Bürger, Franz Hanisch & Sohn, C. R. Goldberg welcherseinen Export nach Amerika allein auf jährlich eine Million Gulden an-giebt, Carl Reinisch & Co., sämmtlich in Warnsdorf gehören in ersterReihe zu denen, welche die Jury besonders günstig beurtheilt hat.

Die Velvet-, Moleskins- und Kalmuckweberei hat einen hohenStandpunkt erreicht und werden namentlich die letzteren Artikel,welche eine Imitation der Wollstoffe bilden, vorzüglich gearbeitet.Die Sammete von Ign. Richter & Söhne in Niedergrund können mitallen derartigen Fabrikaten des Auslandes wetteifern; Weberei, Färbe-rei und Appretur sind meisterhaft, und hatte die Jury für diese her-vorragenden Leistungen die höchste Auszeichnung beantragt. Ausser-dem sind in dieser Branche erwähnenswerth: G. A. Fröhlichs Sohn,Ritter Rittmeyer & Co. in Görz und Carl Reinisch & Co.

Auch die baumwollenen Lastings zu Schuhen und Regenschirmenvon Adalb. Rauch, die mit Wolle gemischten Schirmstoffe von IgnatzEisenschimml und die mit Geschmack ausgeführten baumwollenenTeppiche von Leop. Abeies seien hier lobend erwähnt.

Ein sehr ausgedehnter Industriezweig ist die Buntweberei fürOesterreich geworden. Sie ist vorherrschend im nördlichen Böhmen in Teplitz, Tannwald, Reichenberg und Umgegend, in Mähren, imSternberger Kreise, in Schlesien, woselbst sie eine grosse AnzahlHandweber man giebt Jeren Zahl auf 30 000 an beschäftigt. Auchin Wien werden schöne buntfarbige Gewebe, unter Anderen vonGrau-manns Eidam & Co. und Gebrüder Lang gearbeitet und in vor-züglicher Beschaffenheit in Vorarlberg erzeugt; Getzner Mutter & Co.