Sectioii II. Baumwollwaaren.
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worden sind, so ganz besonders in der Baumwollbranehe. Nicht allein,dass sie an Ausdehnung sehr zugenommen, sie hat auch alle Verbesse-rungen und Erfindungen der Neuzeit sich zu eigen zu machen gewusstund man darf mit Hecht behaupten, dass sie, was Vielseitigkeit, guteAusführung und Geschmack, ja selbst billige Erzeugung anbetrifft, sichden Leistungen der vorgeschrittensten Staaten dreist zur Seite stel-len kann. Allerdings ist diese Industrie keine neue; sie reicht bisin das vorige Jahrhundert zurück und schon im Anfänge dieses Jahr-hunderts wurden nicht unbedeutende Spinnereien in Böhmen undNiederösterreich errichtet. Auch jetzt noch ist der Hauptsitz derIndustrie in den genannten Kronländern, wenngleich sie sich nochnach verschiedenen anderen Ländern ausgebreitet und namentlich inVorarlberg und Oberösterreich Bedeutung erlangt hat. Die Garn-production Oesterreichs im Verhältniss zu der Einfuhr fremder Garnesowie den Gesammtverbrauch Oesterreichs verdeutlichen folgendeZahlen:
Im Jahre
Eigene Garne
Fremde Garne
Gesammtverbrauch
in Garnen
Production
in Ctr.
Procent
Einfuhr
in Ctr.
Procent
in Ctr.
Procent
1861
698 238
78'0
197 279
22'0
895 517
100
1867
587 439
74-8
197 692
25-2
785 131
100
1868
645 353
76-1
202 212
23-9
847 565
100
1869
663 004
80-4
161 433
19'6
824 437
100
1870
722 667
81'1
168 044
18'9
890 711
100
1871
926 170
79-4
239 736
20'6
1 165 906
100
1S72
869 333
77-5
255 532
22'5
1 124 865
100
Hiernach sind also sowohl einheimische Production wie die Garn-einfuhr in den letzten Jahren namhaft gestiegen. Die Ausfuhr öster-reichischer Garne ist unbedeutend und betrug im Jahre 1872 nur4920 Centner. Die Spinnereien verwenden grösstentheils (ca. 60 Proc.)ostindische Baumwolle, es wird aber auch Baumwolle aus Aegyptenund der Levante nicht unbedeutend versponnen. Ein Hauptimportplatzfür Oesterreich ist Triest; indessen wird auch viel Baumwolle überLiverpool bezogen. Ersterer Hafen hat seit Befahrung des Suezcanalsfür den Baumwollimport ausserordentlich an Bedeutung gewonnen,indem das ostindische Erzeugniss jetzt mit Vorliebe diesen Weg wählt.Die Baumwolleinfuhr in Triest hat sich in folgender Weise entwickelt: