Section II. Baumwollenwaaren.
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pania eine sehr schöne Auswahl gewehter Stoffe, bestehend in Shir-tings, Madapolans u. s. w., während unter anderen EtablissementsEspana industrial, Jose Ferrer & Comp, und Ricart & Co.,alles sehr bedeutende Fabriken, ein reichhaltiges Sortiment bedruck-ter Callicos, Brillantines, Moleskins, sowie Shirtings und Rockstoffevorführten. Druck und Ausführung der genannten Fabriken konn-ten als ganz gelungen und den renommirten Fabrikaten andererLänder nicht viel nachstehend bezeichnet werden, nur ist in die-sen Waaren eine eigene Geschmacksrichtung wenig erkennbar, dieAbhängigkeit von französischen und englischen Mustern waltet ent-schieden noch vor. Auch in Futterstoffen war Einiges recht gelungenausgeführt.
Die Appretur lässt noch zu wünschen übrig, weniger indess beiordinären Stoffen, wo sie massige Ansprüche ziemlich befriedigt.
Frankreich. Durch die Lostrennung des Elsasses und Lothringensvon Frankreich ist diesem Lande ein grosser Theil seiner Baumwoll-industrie verloren gegangen. Es betrifft dies ganz besonders die Feinspin-nerei, Weberei und Druckerei, welche in diesen Provinzen ihren Sitzhatte, deren Productionsfähigkeit so bedeutend war, dass sie ausserganz Frankreich noch viele europäische und aussereuropäische Staatenmit ihren Fabrikaten versorgte. Die Zahl der Spindeln und mechani-schen Webstühle in Frankreich hat daher in den letzteren Jahren auchganz bedeutend abgenommen. Man nimmt an, dass Frankreich5 200 000 Spindeln geblieben sind, während Eisass und Lothringen2100 000 angehören. Frankreich ist gegenwärtig auf seine Spinne-reien in der Normandie (Rouen und Umgegend) für ordinäre Garneund auf die Feinspinnereien in Lille, Amiens und St. Quentin ange-wiesen. Während die Normandie nur bis Nro. 50 Garn liefert, wer-den in den Fabriken von lulle, Amiens und St. Quentin die feinstenGarnnummern selbst bis Nro.'500 gesponnen und fanden diese Fabri-kate bereits auf der Pariser Ausstellung im Jahre 1867 die grössteAnerkennung. Ob seitdem noch ein weiterer Fortschritt stattgefunden,war auf der Wiener Ausstellung nicht ersichtlich, da überhaupt nurzwei Aussteller Gespinnste vorgelegt hatten.
Die Weberei und Druckerei, welche in der Normandie nicht unbe-deutend sind, hatten gleichfalls nichts ausgestellt. Es wurden, so langeEisass zu Frankreich gehörte, hier nur die ordinären Stoffe fabricirt;jetzt soll jedoch die normannische Industrie auch bessere Qualitäten zuerzeugen bestrebt sein. Die Fabriken arbeiten ausschliesslich für dasInland, einer Concurrenz im Auslande können sie noch nicht begegnen.Unter den wenigen Baumwollwebereien Frankreichs, welche in Wienvertreten waren, hat die von Ledoux-Bedu in St. Quentin das grössteInteresse erregt und die höchste Anerkennung gefunden. Dieses