Section II. Baumwollenwaaren. 505
verarbeitet, so dass sie sogar aus den Holzabgängen ihrer Bobinen daszu Fabrikzwecken nöthige Papier bereitet.
Nicht minder hervorragend ist die Fabrikation der Baumwoll-sammete (Velvets). Es sind viele vorzügliche Fabrikate dieser Art aus-gestellt worden, welche sowohl was die Schönheit der Farben als dieseidenartige Appretur anbetrifft jedes Lob verdienen.
Von anderen sammetartigen Artikeln mögen noch die Manchester(Velveteens) und Cords namhaft gemacht werden, welche ,in Englandnoch immer in bedeutenden Mengen fabricirt und exportirt werden.Sehr gelungene Fabrikate dieses Genres hatten diö Herren Ashton & Co.,Louis Behrens und Kesselmeyer & Co. geliefert. Yon vorzügli-cher Schönheit waren die weissen, mit kleinen schwarzen Zeichnungenbedruckten Velvets von Stretton & Co. in Manchester.
Bis vor wenigen Jahren beherrschte England mit den vorerwähntenArtikeln ausschliesslich den Weltmarkt. Mehr als 50 000 mechanischeWebstühle sind für diesen Fabrikationszweig thätig und schätzt mandie Jahresproduction auf 2 Millionen Stück ä 50 Meter. Seitdem sindebenbürtige Nebenbuhler, namentlich in Deutschland und in letztererZeit auch in Oesterreich aufgetreten, deren Fabrikate keinesfalls denenglischen nachstehen.
Die Damast- und Piqueweberei war auf der Ausstellung wenig ver-treten, nur einzelne Häuser hatten in diesem Artikel ausgestellt, dochwaren die betreffenden Fabrikate nicht der Art, dass sie den Wett-kampf mit deutschen und österreichischen aushalten konnten. Auchdie Appretur hat uns neue Fortschritte seit der Pariser Ausstellungnicht vorgeführt. Sehr bedauern mussten wir, dass einer der grösstenIndustriezweige Englands, die Kattundruckerei, auf der Weltausstel-lung gar nicht vertreten war.
Wenn derselbe auch in seinen Erzeugnissen den des Eisass undeinzelner anderer Fabriken in Schönheit der Farben und in geschmack-vollen Mustern nachsteht, so ist die Production doch so umfangreich,dass allein der Export an Druckwaaren nach aussereuropäischen Staa-ten grösser ist, als die Gesammtproduction irgend eines anderen Lan-des. Nur eine Firma, Steiner & Co. in Church, hatte gefärbte und be-druckte Gewebe in Türkischroth ausgestellt. Es war leider der Jury nichtvergönnt, die Vorzüglichkeit dieser Fabrikate durch eine Auszeichnunganzuerkennen, da die Firma nicht beurtheilt sein wollte, jedoch kannnicht unerwähnt bleiben, dass das Fabrikat zu den besten und gelun-gensten in der ganzen Ausstellung gerechnet, wurde.
Die türkischroth gefärbten Baumwollsammete waren in Farbevorzüglich. Dass Schottlands Baumwolldruck-Industrie fern gebliebenwar, musste um so mehr bedauert werden, als sie erfahrungsmässigzu der fortgeschritteneren Grossbritanniens gerechnet wird.