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Gruppe V. Textil- und Bekleidungs- Industrie.
Frankreich.. Die Ausstellung Frankreichs war, wenn sie auchnicht die Grossartigkeit der von 1867 in Paris erreichte, doch eine an-sprechende, ein Bild der Industrie des Landes gebende und durch guteFirmen und geschmackvolle Waaren repräsentirte. Wenn auch wenigHervorragendes in eigentlichen Nauveautestoffen, die wir hauptsäch-lich in Frankreich zu suchen gewohnt sind, erschienen war, und auchhier ein Verschwinden hochfeiner Waaren, dagegen eine grössere Aus-breitung mittlerer Qualitäten Platz zu greifen scheint, desgleicheneigentliche Fortschritte in der Fabrikation nicht bemerkbar waren, sozeigte die französische Ausstellung doch den hohen Standpunkt, dendie Tuchindustrie des Landes einnimmt. Die eigentliche französischeTuchfabrikation verfolgt ein von dem erwähnten englischen abweichen-des Princip. Sie strebt dahin, dem Tuche mehr einen elastischen,souplen Charakter zu geben, zu welchem Zwecke das Gewebe ausfester gedrehten Fäden gefertigt wird, in Folge dessen die durch starkeRauherei erzeugte Decke weniger mit dem inneren Kerne, dem Woll-filze, verwachsen zu sein scheint. Bei den feinsten Qualitäten wirddies Ziel am vollkommensten erreicht, während die geringeren Sortenfranzösischer Tuche nicht mit denen anderer Länder zu concurriren imStande sind. Die Verwendung schärfer gedrehter Gespinnste erweistsich bei Waaren, welche weniger Verfilzung und mindere Bedeckungdes Gewebes verlangen, vortheilhafter als bei Tuchen und tuchartigbedeckten Stoffen; das Dessin tritt alsdann plastischer hervor, Elasti-cität und Haltbarkeit werden erhöht, wie es die reichhaltigen Sorti-mente der französischen Abtheilung zeigten.
Die bedeirtendsten Fabrikorte Frankreichs: Sedan, Elbeuf, Lou-viers, Vienne, hatten schöne und instructive Collectivausstellungenveranstaltet, welche die Eigenthümlichkeiten der verschiedenen Indu-striezweige gut zur Geltung kommen Hessen. Sedan lieferte — in derAusstellung des Commissionshauses A. Couprie & fils — schwarze Tucheund Satins, glatte und mit Seide gezwirnte Rock- und Hosenstoffe, Rock-stoffe aus Kammgarn, Pelztuche und andere Winterartikel. In derreichhaltigen Collectivausstellung vonElbeuf zeichnete sich L.Demardurch vorzügliche Ilaute-Nouveautes in Rock- und Hosenstoffen aus,BellestBenoist&Co. und Bl in & Bloch durch mittel- und hochfeineglatte Tuche und Satins, Elasticotins und Taupelins; Constantin Fla-vigny, Gerin-Rose und Osmont & Lermureaux durch Ratines,Paletots und Hosenstoffe. Louviers war weniger vertreten; Vienne produ-cirt meistens geringere Waaren, die sich haivptsächlich durch ihre Bil-ligkeit auszeichnen; Bouvier freres von dort hatten wieder das schonin Paris aufgetretene höchst geschmacklose Perltuch ausgestellt.
Besondere Erwähnung verdient die Ausstellung der von Fabri-kanten aus Lisi eux gelieferten sogenannten Shoddy-Bukskins. Es sinddies Waaren, die aus einem Gemisch von Wolle, Baumwolle und Wol-