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gekämmten Zug. Ein grosser Theil der deutschen Spinnereien, beson-ders die kleineren, ist seit langen Jahren genöthigt gewesen, ausMangel an eigenen Kämmereien den französischen Zug zu kaufen undzu spinnen. Hiermit wurde zuweilen ein sehr schönes Fabrikat erzielt,es war aber unmöglich jederzeit dieselbe Güte der Arbeit zu erreichen:der Zug war Handelsartikel, die Kämmereien wussten durch gefälligesAussehen über den inneren Werth desselben zu täuschen und so wurdebei starkem Verlust oft nur ein mittelmässiges Gespinnsft gewonnen.
Unsere deutschen Spinnereien haben sich und den Webereien oftdurch den französischen Zug geschadet. Der französische Spinnerkann an Ort und Stelle die Kämmerei controliren und sich über Feh-ler und Unregelmässigkeiten Aufklärungen verschaffen. Trotzdem wirdder gute Spinner in Frankreich immer lieber seine eigene Wolle käm-men lassen als den Zug kaufen, weil er nur im ersteren Falle weiss,was er bekommt.
Seit Kurzem ist auch in Deutschland eine grosse Kämmerei aufActien in Leipzig entstanden und wird es mitFreude begrüsst werden,wenn sie sich zur Aufgabe stellt, fremde Wollen zu kämmen. Dies er-reicht ein solches Institut mit vervollkommneten Maschinen häufig bes-ser , als eine mit Spinnerei verbundene Kämmerei, weil eine solche inder Regel genöthigt ist, öfter mit den Nummern zu wechseln und da-durch zuweilen Mangel an geeigneten Kämmmaschinen leidet. Da aberdie Kämmerei von wesentlichstem Einfluss auf die Reinheit und Egali-tät des Gespinnstes ist, so rächt sich jede Unregelmässigkeit. Durchden verhältnissmässig schnellen Verschleiss der betreffenden Kämm-maschinen ist jede Spinnerei gezwungen, diese öfter zu erneuern, undmanche Fabrik, welche dies versäumte, hat in Folge davon ihren frühe-ren wohl begründeten Ruf eingebüsst. Dagegen werden grossartigeingerichtete Kämmereien mit verständigem Betrieb ihre Maschinenbesser schonen und lange für die genauesten und schönsten Garne ge-eignet halten können. Möchte daher Deutschland die Specialität derKämmerei unter Beobachtung der früher erwähnten Beschränkung nochweiter ausbilden.
Frankreich hatte von Rheims und Roubaix interessante Ausstel-lungen von Zug und Fäden geliefert; man muss anerkennen, wie selbstaus unreinen La-Plata-Wollen ziemlich klettenfreie und gleichmässigeGarne hergestellt sind. Wie bedeutend dort die Zunahme in der Pro-duction ist, zeigen folgende Ziffern von Rheims:
Zahl der Kammmaschinen . .„ „ Spindeln.
1862340206 380
1872709450 038
von denen die meisten Kammgarnspindeln sind.