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1 (1874)
Entstehung
Seite
428
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428 Gruppe V. Textil- und Bekleidungs-Industrie.

den Gegenden, unter erleichterten Absatzverhältnissen wurde die bis-herige Richtung (Wollschafzucht) verlassen und die Fleischschafzuchteingeführt, theils und hauptsächlich dadurch, dass man die vorhan-denen Schafe (Merino-, Landschafe) mit Thieren englischer Racen(Southdown, in einigen Wirthschaften auch mit Shropshire, Oxforddown,Leicester) kreuzte und die Producte inzüchtlich weiter fortzüchtete,oder dass man die Merinokammwollrichtung (Rambouillet) einschlug.Unter anderen Verhältnissen, bei extensivem Betriebe, bei ungünstigenFleischpreisen und Absatzverhältnissen, dünner Bevölkerung etc., hatman die Wollnutzung beibehalten. Dieselbe ist unter solchen Ver-hältnissen, wenn die Production einer mittellangen, edlen Wolle undder normale Körperbau der Thiere im Auge behalten wird, ebenso er-giebig, wenn nicht mehr, als die Fleischnutzung, selbst bei den gegen-wärtig herrschenden Wollpreisen.

Die Gesammtwollproduction im deutschen Reiche beläuft sich aufcirca 180 000 000 Pfund.

Der Import überseeischer Wollen betrug186566 186667 186768 186869

3 892 425 9 796 950 12 218 755 13 279 479

Die Wollwaarenindustrie zerfällt nach der Art des Rohmaterialsin zwei ziemlich getrennte Abtheilungen, deren eine das Verspinnenund Verweben von Kammgarnen, die andere das von Streichgar-nen bezweckt. Beide Fabrikate sind durch die Art der Herstellungund besonders ihre Appretur, welche bei ersterenin der Regel eine glatteist, bei lezteren in Walken und Rauhen besteht, von sehr verschiedenemCharakter und müssen getrennt betrachtet werden.

Wir beginnen mit der Besprechung der

a. Garne und Gewebe aus Kammgarn.

Die Kammgarnspinnerei.

Es war zu bedauern, dass die geringe Betheiligung der Spinne-reien an der Ausstellung kein entfernt genügendes Bild von der Be-deutung und Leistungsfähigkeit dieses grossen Industriezweiges ge-