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1 (1874)
Entstehung
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Einleitung.

sämmtlichen der Körperbekleidung dienenden, tritt ein immer grösseresVerschwinden des Musters ein. Die Zeichnung, sei sie durch Farbenoder durch die Technik in der Structur des Stoffes hervorgebracht,tritt mehr und mehr in den Hintergrund; die Jacquardweberei undmit ihr die Kunst des Dessinateurs finden stets schwächere Nahrung.Die Güte der Qualitäten und neue oft nur durch ihre Geschmacklosig-keit ausgezeichnete Farben treten in den Vordergrund. Das lebhafte,durch harmonische Nebeneinanderstellung der Nuancen gebildete Dessinist verdrängt durch den glatten Stoff, in matten, oft widerwärtigenFarben, die dem Schlamm, dem Papageigrün und Aehnliehern nachgebildetsind. An die Stelle der Kunst des Dessinateurs und Webers ist diedes Schneiders getreten, den der Posamentier, der Spitzen- und Band-fabrikant, der Feder- und Pelzhändler zur Herstellung der abenteuer-lichsten Gestaltungen unterstützt. Die Kunstweberei flüchtet sich aufdas Gebiet der Decorationstoffe, vor allem der Teppiche und Möbel-stoffe, die heute fast einzig zeigen, dass der Sinn für lebendige Farbennoch nicht vollständig erstorben ist.

Befinden sich so einige Zweige der Weberei und gewisse Produc-tionsstätten in ungünstiger Lage, nämlich die Kunstweberei und diedurch hohe Arbeitslöhne der Concurrenz nicht gewachsenen grossenStädte, so ist nicht zu leugnen, dass auch der Zustand eines Theils derfür die Masseneonsumtion arbeitenden Industrie kein sehr gesunderzu nennen ist. Dieselbe krankt an einer Ueberproduction, welcheauf zwei Ursachen zurückzuführen ist. Es ist zunächst der Einfluss,den der Aufschwung des Actienwesens auch auf die Textilindustriegehabt hat. Unter den Gründungen der letzten Jahre nehmen Spinne-reien und Webereien keine unbedeutende Rolle ein. Es ist einegrosse Zahl von Actiengesellschaften entstanden, theils durch Gründungneuer Etablissements der Textilindustrie, theils durch Umwandlung undVergrösserung von bestehenden. Dieselben haben die Productionsquantenauf ihren Gebieten in ansehnlicher Weise vergrössert, ihr Bestrebenist auf Erzeugung möglichst grosser Massen gerichtet. Dagegen istnicht zu leugnen, dass für den Augenblick die Kaufkraft der Consumentenfür die Producte der Textilindustrie sich nicht gehoben, im Gegentheilvielleicht eher verringert hat. Unter den nothwendigen Bedürfnissendes Lebens nehmen die Bekleidungsgegenstände erst die diitte'Rolleein. Ihre Befriedigung ist minder dringend, als die der Nahrungs- undWohnungsbedürfnisse, und bei der ausserordentlichen Preiserhöhungder diesen Zwecken dienenden Gegenstände müssen häufig die Ausgabenfür Kleidung beschränkt werden. Dazu kommt, dass die Absatzgebieteder europäischen Producte der Textilindustrie keine wesentliche Aus-dehnung erfahren haben. Hinter den Schutzzöllen, welche die Vereinig-ten Staaten von Nordamerika um sich gezogen haben, und die demImporte europäischer Manufacturwaaren häufig unübersteigliche Ilin-

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