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Gruppe YI. Leder- und Kautschuk-Industrie.
Die Wiener Ausstellung gal) ein reolit umfassendes Bild von derMannigfaltigkeit der von der Kautschuk- und Guttapertjaindustrie ge-schaffenen Artikel, von denen wir, als die wichtigeren, zu nennen haben:Für die Fusshekleidung: die gewehten und geklebten Schuheinsätze, einArtikel, der eine immer mehr steigende Verwendung findet und alleinTausende von Arbeitern beschäftigt; Gummischuhe und Stiefel derverschiedensten Art; ferner wasserdichte Bekleidungsstoffe und andereGewebe von mannigfaltigem Material, Schläuche, Platten, Fäden, Itingeund dergl. für technische Zwecke. Gross ist die Zahl der chirurgischenInstrumente, grösser noch die der Werkzeuge und Geräthe für die ver-schiedenen Gewerbe. Von Hartgummi: Kämme, Schmuckgegenständealler Art, und endlich sogar als Material der bildenden Künste: Orna-mente, Büsten und ganze Statuen.
Deutschland hat in den letzten Jahren verhältnissmässig grös-sere Fortschritte in der Kautschukindustrie gemacht, als irgend einesder anderen Länder, in denen dieser Industriezweig heimisch war.Die Zahl seiner Fabriken nimmt nicht nur zu, sondern, was wichtigerist, die meisten gewannen bedeutend an Ausdehnung und Productionskraft.
Die vereinigten Guimniwaarenfabriken Harburg-Wien,vormals Menier- J. N. Breithoffer in Harburg an der Elbe, ver-senden einen grossen Theil ihrer Fabrikate nach den Ländern, die selbstin dieser Branche Bedeutendes leisten. Ihr Umschlag beträgt zwei Mil-lionen Thaler jährlich und wird wohl kaum von ähnlichen Fabriken desAuslandes diese Summe erreicht. Herr Moritz Reithoffer ist Mitgliedder Direction und da er Preisrichter der Gruppe VI. war, so musstendie genannten Etablissements ausser Preisbewerbung gestellt werden. —Die Leistungen der deutschen Fabriken in der Hartgummifabrikationstehen unübertroffen da. Die Schönheit und Mannigfaltigkeit der vonder bedeutendsten FirmaII. C. Meyer jun. in Hamburg ausgestelltenSchmuckgegenstände aller Art sind technisch wie künstlerisch gleichvollendet. Dasselbe gilt von ihren plastischen Arbeiten: den herrlichgelungenen Büsten und Gruppen. Der Umsatz in Schmuckgegen-ständen beträgt an 300 000 Thaler und der an Kämmen, wovon circa900 000 Dutzend jährlich fabricirt werden, erreicht die Summe von 500000Thalern. — Die Firma erhielt die Fortschrittsmedaille. Die in Ham-burg neu gegründete Newyork- Hamburger Gummiwaarencompagniefabricirt gleichfalls Kämme und scheint der eben genannten älterenFabrik, den ausgestellten Fabrikaten nach zu urtheilen, an Leistungs-fähigkeit nicht nachzustehen. Dem erst im Laufe dieses Jahres inBetrieb gesetzten Etablissement wurde das Anerkennungsdiplom zuTheil.
Die amerikanische Gummiwaarenfabrik in Mann-heim beschäftigt sich gleichfalls mit der Fabrikation von Hartgummi-