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1 (1874)
Entstehung
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Erste Section.

Leder.

Der Verbrauch von Leder hält gleichen Schritt mit derCultur derVölker. Aber selbst den rohesten Volksstämmen ist für manche ZweckeLeder ein Bedürfniss, wie dieses die ansgestellten Jagdgeräthe Central-afrikas zeigen. Mit der Ausbreitung der Cultur steigt der Verbrauchin kaum geahnter Weise. Wenn noch vor einigen Decennien die Häuteund Felle der in Europa getödteten Thiere den Verbrauch an Lederdecken konnten, so ist in letzterer Zeit der Bedarf der Art gestiegen,dass man genöthigt ist, aus den entferntesten Theilen der Erde Thier-felle aller Art für die Zwecke der Gerbereien herbeizuschaffen.

Bei den Jakuten und Tungusen, im fernen Osten des asiatischenKusslands, werden die Felle der geschlachteten Kälber für die europäi-schen Märkte aufgesucht. Ostindien liefertjetzt jährlich über 6 Millio-nen Geis- und Lammfelle auf die Londoner Auctionen, während vor25 Jahren noch kein Fell ans Indien kam. Auf allen europäischenMärkten treffen jährlich grössere Quantitäten ostindischer Kips einund finden stets Abnehmer. Auch Australien liefert ungeheure Massenvon Schaffellen. Bekannt, weil schon lange andauernd, ist der Exportvon Ochsenhäuten aus Südamerika.

Für die Fellproduction in Europa fehlen leider alle statistischenAnhaltspunkte; doch können wir annehmen, dass solche die Zuführ vonauswärts ganz bedeutend übersteigt. Und alle diese Millionen Felleund Häute werden zu Leder verarbeitet und verbraucht.

Den meisten Menschen entgeht es, wie mannigfaltig die Verwen-dung des Leders ist. Es sei uns deshalb erlaubt, auf diesen Gegen-stand etwas näher einzugehen. Mit der Kopfbedeckung des Menschenbeginnend, finden wir im Innern der Hüte und Mützen ein schmalesStreifchen von farbigem Leder. Zur Herstellung dieser unscheinbarenStreifen werden in Europa allein über 1 Million Schaffelle zum

S.