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Gruppe IV. Nahrungs- und Genussmittel etc.
billige Fabrikate bei guter Qualität als Consumtionsartikel für die we-niger bemittelten Classen erzeugen, und nicht nur Sorten für den Ge-brauch des Wohlhabenden. Es ist ferner das Absatzgebiet des betref-fenden Landes in das Auge zu fassen, ob die Erzeugnisse in das Aus-land gehen oder nur für den heimischen Bedarf berechnet sind. Sokommt auch die geographische Lage in Betracht, da sie die Einfuhrdes Rohmaterials sowie die Ausfuhr der Fabrikate mitbedingen hilft.Schliesslich üben auch die Steuerverhältnisse einen entschiedenen Ein-fluss, was hier wohl nicht ausführlich erörtert zu werden braucht.
Länder Europas ohne Regie. Bei Festhaltung der eben angedeu-teten Gesichtspunkte muss man den Leistungen der deutschen Fabrikantendie grösste Anerkennung zollen, denn sie stehen wohl in der Herstellungvon billigen und guten Cigarren, Rauch- und Schnupftabacken, sei es ausinländischemProducte allein, oder aus dessenMischungen mit eingeführtenSorten, unerreicht da. Sie verstehen es meisterhaft, die überseeischen Roh-tabacke so zu verarbeiten und besonders auf Cigarren, dass sich dieselbennicht nur im Inlande des grössten Consums erfreuen, sondern auch in an-sehnlichen Mengen ausgeführt werden nach Ländern, welche entweder wieNord- und Südamerika selbst Producenten des Rohmaterials sind oder wieHolland einen sehr bedeutenden Markt besitzen. So steht die Taback-besonders aber die Cigarrenfabrikation im deutschen Reiche in grosserBlüthe. Ausser der Intelligenz, der Umsicht und der Erfahrung derFabrikanten hat dazu die Einfuhr der vor wenigen Jahren im Handelkaum beachteten Java-, Sumatra- und Manilatabackp nicht wenig bei-getragen. Sie deckten den Ausfall der amerikanischen Ernten undverliehen der Cigarrenfabrikation einen grossen, wohl kaum geahntenAufschwung.
Die inländische Production lieferte nach dem Durchschnitte derletzten zehn Jahre (ohne Eisass-Lothringen) jährlich 561 227 Ctr.Rohtaback, die Einfuhr ergab 700 761 Ctr. Rohtaback nnd 21078 Ctr.Fabrikate. In demselben Zeiträume wurden jährlich ausgeführt 135 490Ctr. Rohtaback und 55 025 Ctr. Fabrikate (darunter waren 1 Ö 71 / 7 .236 642 Ctr. Cigarren. Es berechnet sich sonach die jährliche Verar-beitung von Rohtaback auf 1 126 498 Ctr. und der Jahresconsum inDeutschland auf 1 092 551 Ctr. oder auf 3'19 Pfund pr. Kopf der Bevöl-kerung, welcher in keinem anderen Lande erreicht wird.
In Wien waren 53 Aussteller erschienen, darunter nur wenige derbedeutendsten des Reichs. Von ihnen erregten die meiste Aufmerk-samkeit: J. B. Noll in Giessen wegen der reellen Herstellung billiger
Cigarren in schöner Arbeit, ferner Leonhardi und Noll zu Minden,wegen Anfertigung schön gearbeiteter Cigarren zu Mittelpreisen ausgut schmeckenden Rohtabacken. Beide Fabriken verwenden haupt-sächlich Manila, Java und Sumatrablätter als Decken. Die aus äch-