Section 111. Andere Zweige des Hüttenwesens. Gold. 103
Vöröspatak) und Schemnitz-Kremnitz auf. , Bemerkenswerth waren be-sonders die schönen siebenbiirgischen Goldtellurerze in prächtigenExemplaren und die Producte der Hütte von Zalathna, welche jährlich51G Pfd. Gold, 1107 Pfd.- Silber und 357 Ctr. Kupfer erzeugt. SeitKurzem ist dort ein von II. Hauch angegebenes, wesentliche Erspar-nisse erzielendes Verfahren im Gebrauch, welches darin besteht, dassman die Erze nach der Abröstung auf Rohlech verschmilzt, diesen imgranulirten Zustande mit verdünnter Schwefelsäure unter Zuleitung vonWasserdämpfen behandelt, den Blei, Kupfer, Silber und Gold haltigenRückstand verbleiet, und endlich das Gold und Silber haltige Blei ab-treibt. Die Verarbeitung der reichen Tellurerze, sowie des heim Röstenin Muffelöfen entstehenden metallhaltigen Tellurrauches geschieht nachder Löwe’schen Methode auf nassem Wege, indem man die Erze zurEntfernung der Carbonate mit verdünnter Salzsäure behandelt, dannmit concentrirter Schwefelsäure kocht, das Tellur durch Digeriren mitsalzsäurehaltigem Wasser in Lösung überführt und schliesslich mittelstZinks ausfällt. Der nach dem Aussüssen und Trocknen in Porcellan-tiegeln geschmolzene Tellurschlamm giebt Antimon, Arsen, Kupfer undBlei enthaltendes Rohtellur. Aus 116 Pfd. Tellurerzen von Nagydcwurden auf diesem .Wege 2 Pfd. geschmolzenes Tellur erhalten.
Die Nagybänyaer Schmelzbütten, welche ebenfalls ausge-stellt hatten, liefern durchschnittlich jährlich 871 Pfd. Gold, ausserdem13G26 Pfd. Silber, 1671 Ctr. Kupfer und 13 226 Ctr. Blei im Werthevon 1 387 637 fl. österr. Seit Jahresfrist ist daselbst eine Extractions-anstalt in Betrieb gesetzt, in welcher nach der Kiss’sehen Methodedie Erze chlorirend geröstet, mit Wasser jind unterschwefligsauremKalke ausgelangt und hierauf Gold und Silber durch Sphwefelcaleiumausgefällt werden.
ln Oesterreich zeigt die Goldproduction eine stetige Abnahme,da der Goldberghau wegen geringerer Ergiebigkeit der Lagerstättenund Steigen der Arbeitslöhne sieh nicht mehr rentirt; 1871 betrugdieselbe nur noch 18 Pfd. und war allein durch die GewerkschaftGastein-Rathliausberg auf der Ausstellung repräsentiert mit ihren, gold-haltigen in Quarz und Gneis vorkommenden Kiesen, sodann Schliechen,Mühlgold, Feingold und Feinsilber. '
Das im deutschen Reiche gewonnene Gold, 1870 411 Pfd. be-tragend, ist zumeist Nebenjjroduct der Blei-, Silber- und Kupferhütten;beiläufig mag bemerkt werden, dass ein sonst verloren gehender Gold-gehalt jetzt bei Anwendung der Bleientsilberung durch Zink noch nutz-bar gemacht werden kaml.