Wetterführung. 45
Wagen ist so geregelt, dass sie von selbst umkippen und sieh entleeren,weshalb sie während des Ganges durch einen besonders vorgeschobenenBügel gehalten werden.
VIII. Wetterführung.
Neue Constructionen von Ventilatoren sind nicht gezeigt worden.Die bekannten Ventilatoren von Schiele in Frankfurt a. M., vonDinnendahl in Steele in Westfalen für Wettercirculation in klei-neren Grubenräumen, der Ventilator von Lemielle verbunden miteiner Umtriebsmaschine von Quillacq zu Anzin in dem französischenTheil der Maschinenhalle, das Modell des sich immer mehr bewährendenund in den meisten Bergrevieren im Gebrauch stehenden Ventilatorsvon Guibal in der belgischen Abtheilung dürfte Alles sein, was indieser Beziehung zu erwähnen ist. Wie ausgedehnt der Gebrauch desVentilators von Guibal ist, geht daraus hervor, dass nach den ge-machten Angaben in Belgien 69, in Frankreich 58, in England 100,in Deutschland 28, in Spanien 1 im Betriebe stehen sollen, deren Durch-messer zwischen 4 und 12 m schwankt; die in England aufgestelltenliefern das grösste Luftquantum bis 95 cbm. in der Minute, währendin Belgien die Leistung 30 bis 40 cbm. beträgt. Mit dem Modell seinesVentilators verbunden hat Guibal einen sogenannten Wettercontro-leur ausgestellt, welcher in den Strom der vom Ventilator ausgeworfenenLuft eingeschaltet wird und bestimmt ist, jede Unregelmässigkeit indem Laufe des Wetterstroms anzuzeigen. Derselbe besteht aus einermit Wasser gefüllten Trommel, welche mittelst stellbarer Flügel durchden ausziehenden Wetterstrom bewegt wird und durch ein Rohr miteiner Glasröhre in Verbindung steht, welche ihrerseits mit dem für denVentilator bestimmten Wassermanometer verbunden ist. Die Flügelwerden so gestellt, dass der Controleur eine Geschwindigkeit erhält,welche bewirkt, dass die Wassersäule in dem Glasröhre gleich der imWassermanometer steht; zeigen sich Schwankungen und Unregelmässig-keiten in der Wetterführung, so sinkt die Wassersäule im Glasrohreund es muss den Ursachen der Unregelmässigkeiten nachgegangenwerden.
Die Ventilatoren werden in den meisten Fällen nur in solchenSchächten angewendet, welche einen völlig dichten Abschluss an derHängebank gestatten, damit die vom Ventilator angesaugte Luft directabgeführt werden kann, deshalb haben die Engländer so lange der An-wendung von Ventilatoren widerstrebt, weil sie in der Regel den ans-ziehenden Wetterstrom durch die Förderschächte gehen lassen und sichgegen das Abteufen besonderer Wetterschächte sträubten. Briart,