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Gruppe II. Forst- und Lanchvirthscliaft.
Damit soll nicht gesagt werden, dass nicht auch in vielen anderenLoosen sehr schöngeformte leichtfüttrige Mutterschafe gewesen wären,aber die dazugehörigen Böcke vertraten diese Richtung nicht, sondernrepräsentirten grosse, sehr reichwollige Wollschafe mit schwerer Er-nährung.
Besondere Erwähnung verdient, dass in die Kategorie III. auch eineHerde aufgenommen werden musste, die Tuchwolle hat; sie gehörtHerrn Richter zu Baselitz bei Pristewitz (Königreich Sachsen).
Sie passte nicht in Kategorie I. wegen Mangels höchster Feinheit,noch in Kategorie II. wegen mangelnden Wollreichthums und ver-dient dennoch als Typus, der eine Zukunft hat, die grösste Beachtung.
Es ist eine alte Electoralherde mit mittellanger, weicher Tuch-wolle und mit sehr grossen guten Körperformen als Folge eminentleichter Ernährung. Sie ist mithin Repräsentantin der vorgeschlage-nen neuen Kategorie:
Merinos mit Tuchwolle von mittlerer Feinheit mitgrossem Racegewicht.
Leider hatte der verdienstvolle Züchter in Wien nur sieben spät-geschorene Jährlingsböcke ausgestellt (wahrscheinlich in der Absicht,dieselben dort zu verkaufen).
Er hatte es versäumt, ältere Böcke und Mutterschafe zu bringen,wie er deren Mütter in Dresden und Breslau, zuletzt in Grossen-hayn ausgestellt hatte, die Durchschnittsgewichte von 76'5bis82'5 Kglebend und kahlgeschoren aufgewiesen haben und solchen Grad vonFettheit hatten, dass die schlesische landwirthschaftliche Zeitung äus-serte, „man begriffe kaum, wie die dünnen Knochen diese Last vonFett und Fleisch zu tragen vermöchten“.
In Dresden 1865 wurden vier Hammel dieses Züchters pro Kopfkahl mit 66 Rmk. bezahlt.
Angesichts solcher Thatsachen und im Hinblick auf die Abnahmean Tuchwolle, die sich immer mehr bemerken lässt, kann Bericht-erstatter nicht die Ansicht mancher Theoretiker theilen, welche nichtrasch genug das Merinoschaf als solches vom englischen Schafeverdrängt sehen wollen.
Nach Lage der Landwirthschaft in den östlichen Provinzen, be-sonders auf den grösseren Gütern mit leichterem Boden, ist eine ratio-nelle Merinozucht noch unersetzlich. Sie können mit Yortheilgrosse Hammelherden aufziehen, die, soweit sie nicht in ihrerHeimath in Brennereien und Stärkefabriken gemästet werden,nach den grossen Centren der Rübenznckerfabriken und Mastwirth-schaften verkauft werden, die über grosse Mengen Futter disponiren.Auch die kleineren Güter Mitteldeutschlands werden, wenn natürlicheWeiden fehlen, die theure Aufzucht aufgeben und dem bequemen Auf-kauf sich zuwenden. Am gesuchtesten sind aber schon lange nur grosse