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2 (1874)
Entstehung
Seite
873
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B. Lanclwirthschaft. VIII. Die intern. Pfercteausstellung. 873

Zucht wurde einstimmiger Beifall gezollt. Eine schönere Collectionstarker, eleganter Wagenschlagpferde war nicht mehr ausgestellt.

Auch die 6 italienischen Hengste gaben Zeugniss, dass man inItalien auf starke Gebrauchs- und leichtere elegantere Reit- und Mili-tair-, sowie auf hochedle Pferde die Aufmerksamkeit richtet.

Bei den Trabwettfahrten im Prater am 22. Sept. y. J. blieben5 Pferde italienischer Zucht Sieger.

Russland hatte in den Orlofftrabern Pferde ausgestellt,welche einzig in ihrer Art dastehen und wohl Jedermann durch ihrenstarken Körper und die Leistungen im Trabe imponiren.

4 Orlofftraber haben beim Tr ab wettfahren im Prater am22. Sept. gesiegt.

Aber auch die eigentliche russische Zucht, durch mittelstarke,etwas knochige, nicht sehr elegante, aber ausdauernde Reit- und vor-zugsweise Wagenpferde vertreten, hat sich vielen Beifall erworben.

Wie bereits oben bemerkt, blüht auch die arabische Vollblut-zucht in dem Gestüte Satanow mit ganz vorzüglichen Leistungen.

Aegypten war durch Sever Pascha und Arthur Bey Zimmer-mann vertreten und haben alle sieben, aber insbesondere die 4 Hengste desletzteren fortwährend die Aufmerksamkeit des Publicums auf sich ge-lenkt. Obgleich diese Thiere in Eleganz und Adel alles gespendeteLob verdienen, so dürfte der Bau der Extremitäten und deren Gelenkebei den 3 Hengsten des Sever Pascha unseren hiesigen Begriffenvon Stellung und Bildung nicht vollständig entsprechen.

Mit vollem Rechte folgte der Besucher der Ausstellung der öster-reich-ungarischen Abtheilung.

Bewundernswerth erscheint das in Qualität und Quantität aus-gestellte Zuchtmaterial und deutet auf einen Reichthum der besten undedelsten arabischen wie englischen eigenartigen und Landes-zucht hin, wie ihn wohl kein anderes Reich mehr aufzuweisen hat.

Es bedarf, um dieses darzuthun, wohl nur der Erwähnung deraltbewährten, weltberühmten Gestüte zu Babelna, Mezehögyes,Lippiza, Cladrub, Kisber, Radautz undPiber mit ihren altenPferdefamilien und Stammvätern von vielen Generationen mit 60 bis70 Ahnen.

Ausser diesen Staats-Hofgestiiten, welche fortwährend ihren ver-bessernden Einfixiss nach allen Seiten gelten machen, erscheinen diezahlreichen Privatgestüte Ungarns und die sehr bedeutende Landes-pfex-dezucht, welche unter dem Einflüsse der vorzüglichsten arabi-schen und englischen Reinzucht und der in neuerer Zeit stärkerbetriebenen norischen Zucht Pferde für jeden Gebrauch liefern.

Neben der erstgenannten Zucht gewinnt die letztere, die norische,immer mehr Boden. Ausser den militairischen Zwecken, welchen vor-zugsweise die leicht beweglichen Pferde und die schwereren nur in