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2 (1874)
Entstehung
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813
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B. L an clwirth schaff. III. Handelsgewächse etc. 813

ist, liegt es in dem allgemeinen Entwickelungsgang begründet, dassderartige Völker neben Thierhäuten alsbald zu den Faserstoffen grei-fen mussten, die ihnen die umgebende Flora darbot.

Die Ausdehnung und Naturnothwendigkeit dieses Absatzes einer-seits, sowie die erfolgreichen Bewerbungen einer ausgebildeten Mecha-nik in Verbindung mit dem Einfluss der Naturwissenschaften habendie Industrie der spinnbaren Fasern auf eine nie gekannte Höhe ge-bracht und ihr einen Einfluss auf die nationalökonomische Entwicke-lung der modernen Staaten angewiesen, den sie nur mit wenigen ver-wandten Zweigen theilt.

Je nach der Art ihrer Benutzung lassen sich die ausgestelltenFaserstoffe eintheilen in Stoffe: für Gewebe, für Papier und Flechtwerk.

I. Flachs und Hanf

nahmen von den Gespinnstpflanzen bezüglich ihrer allgemeinen Ver-wendung die hervorragendste Stelle unter den ausgestellten Faserstof-fen ein, und erstreckt sich deren Culturzone vom hohen Norden bis zuden heissen Zonen Italiens, Spaniens und Algiers und den südlichenColonien.

Die bedeutendste und reichhaltigste Ausstellung haben jedochDeutschland, Oesterreich und Ungarn, Frankreich, Russland und Bel-gien geliefert.

Die ausgestellten Flachse und Hanfe tragen alle den Stempel ihrerjeweiligen Culturzone und ganz besonders der jeweiligen Art der Cul-tur und Zubereitung, dichte und dünne Saat, gestäbelter oder unge-stäbelter Flachs (Lins rames et non rames ), Beerntung bei mehr oderweniger vorgeschrittener Reife, mit oder ohne Samengewinnung, Sor-tirung, Zubereitung mittelst Hand- und Maschinenbreche, Thau- undSchlammröste, natürliche und künstliche Wasserröste mit und ohne Zu-hilfenahme chemischer Agentien; sie alle sind in den verschiedenenProdnctionsländern in Anwendung gekommen, und ist darin vorzugs-weise auch die Verschiedenartigkeit der ausgestellten Gespinnstfasernbegründet.

A. F1 a c h s.

Die belgischen Flachse behaupteten auch auf der Wiener Aus-stellung ihren altbewährten Ruhm.

Die Flaehsproduction ist von 1846 bis 1866 von 29 879 Ha auf57 045 Ha mit einer Gesammtproduction von 23 710 275 Kg gestiegen.

Begründet ist das Renomme des belgischen Flachses in der hohenCulturstufe des Ackerbaues überhaupt, besonders aber in der ratio-