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2 (1874)
Entstehung
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Section I. Tasteninstrumente.

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boten wurde, welche sich nicht im Transponiren geübt hatten. Aehn-liche Apparate für letzteren Zweck fand man auch auf der Pariserund Wiener Weltausstellung vor, jedoch natürlich mit Anwendungdes temperirten Systems und der Hammermechanik.

Auch das Clavicitherium nahm eine bemerkenswerthe Stelle unterden alten Clavierinstrumenten ein. Zu Anfang des 16. Jahrhundertsbaute man dasselbe gewöhnlich in einer Gestalt, in welcher die Aehn-lichkeit mit der alten Kithara noch bemerkbar ist). Später nahm das-selbe ebenso wie das Clavicymbalum harfenartige Form an, die mit derClaviatur einen rechten Winkel bildete, während das Clavicymbalumdie moderne Flügelfoi'm bewahrte. Unbedingt ist das Clavicitheriumder Yorläufer unseres modernen Pianino, gleichwie aus dem Virginalund Spinet, dieser Abart des Clavichords, das tafelförmige Pianofortehervorgegangen ist. Das Virginal am Hofe der Königin Elisabeth inEngland ein sehr beliebtes Instrument ist gleichbedeutend mit demSpinet, von welchem Praetorius berichtet:Spinetta (ItaliceSpinetto)ist ein klein viereckicht Instrument, das um ein Octava oder Quinthöher gestimmt ist, als der rechte Ton. Und die man über oder indie grosse Instrument zu setzen pfleget. Wiewohl die grossen vier-eckete, so wohl als die kleinen ohne Ünterscheyd Spinetten in Italiagenannt werden. In Engeland werden alle solche Instrumenta sie seynklein oder gross, Virginall genennt.

In Frankreich Espinette.

In den Niederlanden Clavicymbel und auch Virginall.

In Deutschland Instrumentin Specie, vel peculiariter sic dictum.

Agricola und Sulpicius überliefern uns für dasselbe eine Ge-stalt, aus der man ersieht, dass der Saitenbezug gerade die umgekehrteForm des alten Clavicymbalum hatte.

In den Niederlanden finden wir aber die dem Clavicitherium sehrähnliche Form vor, von der Edmond van der Straeten eine Zeich-nung mittheilt. Bei Praetorius hat eines der Spinetten eine unserentafelförmigen Pianofortes ganz ähnliche Gestalt, bei welcher auch einigeTasten für enharmonische Töne bemerkbar sind. Hieran reiht sichnoch das nur in der inneren Construction von dem Virginal etwas ver-schiedene Arpichord und das Claviorganum an, welches letztere durchdie Verbindung eines Pianino mit einer Physharmonikaconstruction im19. Jahrhundert auf der Pariser und Wiener Weltausstellung eine neueAuflage erlebte. Praetorius erzählt uns, das Claviorganum wäreClavicymbel oder andere Symphonie (anderes Clavierinstrument), dazugleich neben den Saiten etliche Stimmwerk von Pfeiffen, wie in einPositiff mit eingemengt sein; von aussen aber nicht anders, als ein

J ) Abbildungen befinden sich in meiner Geschichte des Claviers, Leipzig,A. H. P ayii e.