Druckschrift 
2 (1874)
Entstehung
Seite
561
Einzelbild herunterladen
 

561 -

Section III. Chirurgische Technik u. Instrumente.

Gennotte in Brüssel, und zwei deutsche, Paul Greiner in Hamburg,Ludw. Müller Uri, Lauscha (Sachsen-Meiningen), in mehr oder we-niger grosser Vollkommenheit ausgestellt. Ueberaus zahlreich warendie Zahnprothesen, deren beinahe jedes Land, seihst in den sonst un-bedeutendsten Ausstellungen einige Stücke aufzuweisen hatte. Beson-ders ausgezeichnet darin, wie in den Zahninstrumenten, waren Ame-rika, England und Frankreich. Künstliche Zähne aus verschiedenemMaterial, mit allen möglichen Farbenniiancen, sowie ganze Gebisse undeinzelne Piecen, zum Theil sehr schön, hatten namentlich geliefert:Sam. White, H. F. Clark und J. Allen & Sohn (Nordamerika),C. Ash & Söhne und Messrs. Gabriel in London, Devillemur,Duchesne und Levadoux (Frankreich), F. A. Berghammerin Wien u. s. w.; von Letzterem sowie von anderen Zahnärzten lagenauch Ersatzstücke von Kiefertheilen vor, die durch Kriegsverletzungenverloren gegangen waren. In grosser Zahl fanden sich auch dieeigentlichen künstlichen Glieder, indem beispielsweise Pfister,Windle r und Gef fers in Berlin, Wilh. Weber und Dannen-berg in Hamburg, D r ö 11 in Mannheim, Reindl in München, Leiterund Schlecht in Wien, Walter-Bon detti in Basel, Weber-Moosin Zürich,Nyr op in Kopenhagen, BaldinelliinMailand, Phil. Grayin London, Werber, Collin und Mathieu in Paris dergleichen Pro-thesen zur Anschauung gebracht hatten. Neben vielem Allbekannten,z. B. von Pfister, Weberin Hamburg, Gray (dasAnglescaleg') u. s. w.,waren einige Verbesserungen zu constatiren, z. B. die Verwendung vonHartkautschuk statt des Holzes, der Gebrauch eines aus solidem vul-canisirten Kautschuk gegossenen Fusses, der alle künstlichen Gelenkeunnöthig macht und dabei viel dauerhafter ist. Von Weber-Mooslag eine Verbesserung in der Beweglichkeit des künstlichen Fuss-gelenkes vor.

Man ersieht aus den vorstehenden Notizen und Bemerkungen,dass der Erfindungsgeist, die Industrie und die Technik auch auf demGebiete, welches der vorstehende Bericht betrifft, Neues und Vervoll-kommnetes in reichem Maasse zu schaffen bestrebt gewesen sind»

Wiener Weltausstellung, II.

3G