Zweite Section.
U li r e n.
Berichterstatter: Dr. J. Fr ick,
,grosslierzogl. badischer Oberschulrath in Carlsruhc.
Bei der Bdurtheilung der Mer ausgestellten Gegenstände traten derJury eigenthümliche Schwierigkeiten gegenüber. Dieselbe war vorAllem bei der grossen Zahl der Uhren nicht im Stande den Gang der-selben zu prüfen, und doch wäre dieses die Hauptsache; sie konnte nurdie Arbeit untersuchen, und auch dieses in umfassender Weise nur beider Grossuhrenmacherei und bei zerlegten Werken. Im Uebrigen musstesie sich darauf beschränken, die Richtigkeit der Verhältnisse der einzel-nen Theile zu untersuchen und darauf zu sehen, ob keine principiellunrichtigen Constructionen angew;endet waren. Da diese Untersuchungbei Taschenuhren nur mittelst der Lupen möglich ist, so ist sie zudemsehr zeitraubend und führt auch sehr leicht zu Irrthum, namentlichwenn in der Zwischenzeit einzelnen Mitgliedern neben einander befind-liche Objecte verschiedener Aussteller in die Hand kommen.
Von Fortschritten im Uhrenbaue im Ganzen kann nur wenig dieRede sein, da, die Grossuhrenmacherei ausgenommen, keinerlei neueHemmungen versucht waren. Für Unruheuhren der billigsten Artwar die Cylinderhemmung, für besser sein wollende Uhren, die Anker-hemmung, für Taschenchronometer ebenfalls Ankerhemmung oder freiEarnshaw’sche Hemmung, für Schiffschronometer nur die letztere,und zwar immer mit cylindrischer Spirale verwendet, während inTaschenchronometern auch platte Spiralen Vorkommen. Die vielenangeblichen Verbesserungen, welche Schweizer Aussteller an der Vor-richtung, die Uhr aufzuziehen angebracht haben wollten, kommen hierwohl kaum in Betracht.
Für Pendeluhren war nur Ankerhemmung vorhanden und zwarhei den sogenannten Regulatoren und bei astronomischen Uhren die