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2 (1874)
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Section I. Mathematische Instrumente etc.

glasprismen, in welchen durch angenäherte Compensation der Ablen-kung die möglichst grösste Differenz der Dispersion erzielt wird, istauch hier angewandt. Die Verwerthung der Summen statt der Diffe-renzen ist indessen so entschieden ausgiebig, dass für physisch-astro-nomische Detailstudien (an Gestirnen und besonders der Sonne) derpolygone Weg durch eine Anzahl von Flintprismen vorzuziehen, unddie directe Visur da wird anzuwenden sein, wo die subjective Bequem-lichkeit der Beobachtung (Nordlicht, Sternschnuppen, Blitz u. s.w.) mehrins Gewicht fällt. »

Von Starke und Kämmerer in Wien, dem seither mit dem kais.polytechnischen Institut verbunden gewesenen mechanisch - optischenAtelier, waren zwei grössere parallaktisch montirte Refractoren ausge-stellt in längst bewährter trefflicher Ausführung. Von II. Keitel inWien war ein Meridianinstrument in gedrungenem Format, aber treff-licher Ausführung, sowie ein parallaktisch montirter Refractor ausge-stellt. Das erstere ist für die Wiener Sternwarte bestimmt. Ein vondem k. k. HofsecretärL. Kurzmayer angemeldeter parallaktisch mon-tirter Refractor von grossen Dimensionen (29 cm Objectivöffnung und3'95 m Brennweite) ist wegen verzögerter Montirung zur Zeit derJurythätigkeit leider noch nicht zur Ausstellung gediehen. Es wirddas grösste dermalen in Oesterreich verfertigte Instrument dieser Artdarstellen. Grössere einfach auf Messing- oder Holzstativen montirteRefractoren fanden sich hei S. Plössl & Co. in Wien (Dialyt) und beiA. Edelberg in Charkow, sowie S. Cooke und Sons in York. Eineigehthümliches astronomisches von R. J. Miriados in Rio JaneirogebauetesInstrument nach der Idee des Astronomen Liais dürfte, weiles so zu sagen eine ganze Sternwarte sammt Collimatoren in denRaum von kaum einem chm zu condensiren bestimmt ist, trotz des ihmzur Seite stehenden Namens, als ein verfehltes bezeichnet werden, auchabgesehen von einzelnen Mängeln der Construction in den fast aben-teuerlich unter einander verbundenen Bestandteilen. Dabei möchtesich dieses Azimuthai kaum für eine astronomische Expedition, wie siegegenwärtig immer häufiger in Gebrauch kommen, eignen. Als Er-zeugnis indess eines Landes, wie Brasilien, wo die wissenschaftlicheTechnik eben erst im Begriffe ist Fuss zu fassen, mag dieser zumaloriginelleVersuch immerhin willkommen geheissen werden.

Die mathematischen Instrumente für den terrestrischen Gebrauchwaren in reicher Auswahl vorhanden. Die Universalinstrmnente (imgewohnten Sinne des Wortes) bilden den astronomischen Vortrab, demsich die geodätischen und geometrischen Werkzeuge, wie Theodoliten,Nivellirinstrumente und Zubehör oder verwandte anschliessen. Vorzüg-liches in dieser Art lieferten Starke und Kämmerer, deren grosseTheodolithen (in drei Grössen) am Azimuthai, wie am Hökenkreismikroskopische Ablesung haben. Daneben vereinfachte und dadurch

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