Druckschrift 
2 (1874)
Entstehung
Seite
417
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Section I. Steinwaaren.

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ich sie auf die in den ungarischen Stücken vorkommenden Petrefactenaufmerksam machte, eine Erscheinung, die bei den französischen Stei-nen niemals vorkommt.

Die Brüche dieser guten Steine befinden sich meistens in densüdwestlichen Ausläufern der Karpathen an den Ufern des Granflussesim Comitate Bars, besonders aber nahe dem Orte Geletnek, die Aus-beute indieser Gegend hat sich die Firma J. Schwartz & Sohn inWien auf dem ganzen circa 2 l / 2 Meilen grossen Terrain gesichert,die dann auch in Folge der raschen Ausdehnung, die das Geschäft nahm,nicht allein in Geletnek, sondern auch in den Orten Slaszka und Sklenodesselben Comitates Werkstätten errichtete. Erst im Frühjahre desJahres 1872 wurde der erste Mühlstein geliefert und ein Jahr späterwaren bereits circa 900 Stück exportirt; eine Leistung, die um somehr zu bewundern ist, als man diejenige der grössten alten Firmaaus Laferte wohl nicht höher als auf 1500 Paar im Jahre anschlagendarf. Im Anfänge wurden diese Steine durch geübte Arbeiter, welchedie Firma aus Deutschland und Frankreich kommen liess, zusammen-gesetzt, diese wurden aber recht bald durch die sehr anstelligen ein-heimischen Arbeiter abgelöst.

Die Steinbrüche liegen meist auf 100 bis 150 m Höhe und liegtin einzelnen Fällen das Gestein auch zu Tage, meisientheils aber wirdes in Gruben bis zu 10 m Tiefe aus dem es umgebenden fetten Lehmgegraben. Es finden sich Blöcke bis zu 2 cbm und auch noch grosseFelswände vor. In Slaszka liegt das Gestein in kleineren Stücken inGeröll gebettet. Die Zerkleinerung geschieht ausnahmslos durch Stahl-bohrer und werden nur grosse Felswände durch Pulversprengungzertheilt.

Gleich an die eben beschriebenen Brüche grenzen im Westendiejenigen der Mühlstein-Actiengesellschaft Uj-Banya; obschonbereits länger bestehend als die Fabrik der Firma Schwartz & Sohn,so hat es diese Gesellschaft dennoch zu keinem grossen Betriebs-umfange gebracht.

Wenn diese Fabriken es sich angelegen sein lassen, stets nur dasbeste und gut assortirtes Material zu ihren Steinen zu verwenden undihre Steine gut zu veibinden, so steht ihnen gewiss eine grosse Zukunftbevor, die auch wir nur mit Freude begrüssen können, da wir dannauch von der Seite einen Ersatz für das französische Material findenwerden. Was nun die Fortschritte in der Fabrikation der Mühlsteineaus Quarzstücken anbelangt, so haben wir dieselben zunächst in Deutsch-land zu verzeichnen, denn hier ist es, wo man zuerst angefangen hat,die Stücke mittelst Cement anstatt mit Gyps zu verbinden und ebensodie Decke der Steine von Cement anstatt von Gyps zu machen; dieStücke sind dadurch besser unter einander verbunden und das Los-werden derselben sowie das Loswerden der Decke, wie dieses bei GypsWiener Weltausstellung. II. 97