Vierte Sectio n.
Strassenfuhrwerke und andere Transportmittel.
Berichterstatter: Gustav Herrmann,
Prof, am königl, preuss. Polytecliniciim zu Aaclien.
Während auf den letzten Ausstellungen zu London und Paris dieenglische und französische Wagenhauindustrie sich in hervorragenderWeise hetheiligt hatten, traten, wie dies in der Natur der Sache liegt,auf der Wiener Weltausstellung die österreichischen und ungarischenWagenbauanstalten 1 dominirend in den Vordergrund. Von 47 öster-reichischen und 11 ungarischen Ausstellern war die Ausstellung mitdem bedeutenden Contingent von 108 Gefährten beschickt worden,welche alle möglichen Wagengattungen von den theuersten Luxusequi-pagen bis zu den unbedeutendsten Landfuhrwerken zur Anschauungbrachten. Dem gegenüber war Deutschland durch 27 Aussteller mit31 Wagen, England durch 12 Aussteller mit 20 Wagen, Frankreichdurch 9 Aussteller mit 19 Wagen, Russland durch 14 Aussteller mit19 Wagen und Italien durch 9 Aussteller mit 13 Wagen vertreten.Eine nur geringe Betheiligung hatte von Seiten Amerikas, der Schweiz,Norwegens, Dänemarks, Portugals und Rumäniens stattgefunden.
Es kann nicht im Sinne dieses Berichtes liegen, eine eingehendeErörterung der vielen ausgestellten österreichischen und anderen Wagenim Einzelnen vorzunehmen, vielmehr möchte eine vergleichende Ueber-sicht über die Gesammtleistungen der österreichischen Wagenbau-anstalten im Gegensätze zu denen des westlichen Europas von Interessesein. Eine Wahrnehmung, welche dabei sofort ins Auge springt, istdie bedeutende Fertigkeit, welche die österreichischen Wagenhauer inder Erzeugung offener, billiger Wagen erworben haben. Während aufder letzten Pariser Ausstellung die Zahl der imponirenden Doppelfeder-wagen, entsprechend dem Reichthume und dem Hange unserer west-lichen Nachharen für Luxusstücke ersten Ranges eine im Verhältnissezur Gesammtzahl der ausgestellten Wagen sehr bedeutende war, traten