Section I. Motoren, Kraftübertragungsmaschinen etc. 41
Maschine, von der bereits die Rede war. Alle haben nur ein Excenter,dessen Voreilung aber (bei der stationären Maschine zugleich auch dieExcentricität) von Hand verstellbar ist, und der Regulator wirkt aufdie Drosselklappe. Eine der kleineren Locomobilen hat dagegen einenneuen Regulator, Richardson’s Patent x ), welcher auf selbstthätigeVeränderung der Expansion wirkt und zwar durch gleichzeitigeVeränderung der Voreilung und der Excentricität. Die Achse ist ander Stelle wo das Excenter sitzt vierkantig jirismatisch, und auf zweieinander gegenüberliegenden Seiten dieses Prismas liegen zwei Keile,welche durch den auf der Achse selbst befindlichen elliptischen Regulator inder Achsenrichtung verschiebbar sind und auf welche das mit einem läng-lichen Schlitze versehene Excenter sich aufsetzt. Durch Verschiebung derKeile wird, da der Schlitz nicht mit einem Durchmesser des Excenterszusammenfällt, Excentricität und Voreilung gleichzeitig verändert. AlleMaschinen haben änsserst geschmackvolle, in dieser Ausstattung aberganz gewiss unnöthige Verkleidung des Kessels mit polirtem Maha-goniholz in Messingreifen.
Dicht neben Robey ist der Stand der Reading Iron 'Works.Diese haben eine Locomobile ausgestellt, welche auf der Ausstellungder Royal Agricultural Society zu Cardiff im Juli 1872 den zwei-ten Preis erhielt 1 2 ). Die Maschine hat nur einen Cylinder, der aberwie fast bei allen ausgestellten Maschinen mit einem Dampfmantelumgeben ist.. Sie hat Meyer’sehe Expansion, welche durch eineRäderübersetzung vom Regulator abhängig gemacht ist, der aber ausser-dem auch noch auf eine Drosselklappe wirkt. Der Regulator selbstist ähnlich dem an den Maschinen von Nicholson; die Pendelarmehaben ihre Drehpunkte direct in der beweglichen Hülse und stützensich mit kurzen nasenförmigen Fortsätzen auf das obere Ende derRegulatorachse. Die von den Kugeln beschriebene Bahn ist folglich eineEllipse.
Die folgende Ausstellung ist die von E.R.&F. Turner in Ipswich,welcher ausser der bereits erwähnten kleineren Maschine zwei Loco-mobilen ausgestellt hat. Die grössere derselben 3 ) hat Stegverbindungzwischen Cylinder und Schwungradlager, und diese letzteren sind mit demKessel nur durch flache schmiedeiserne Supports verbunden, welche
1 ) Abbildung und Beschreibung Engineer 28, p. 379. — 2 ) Zeichnungund Beschreibung der Maschine Engineering XIV, p. 82. Wegen dervergleichenden Versuche, welche zu Cardiff mit den Maschinen der bedeu-tendsten englischen Firmen, welche fast sämmtlicli auch in Wien vertreten,
angestellt worden, sehe man Engineering XIV, p. 21 bis 26 und p. 35bis 37 nebst Tabelle mit den Hauptdimensionen, der Leistung, dem Wasser-rad Kohlenverbrauch etc. der geprüften Maschinen, und endlich p. 46 denBericht über die vertheilten Preise; oder auch Engineer 35, p. 230. —
3 ) Abbildung und Beschreibung derselben Engineering XIV, p. 39 u. 47.