Druckschrift 
2 (1874)
Entstehung
Seite
31
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Section I. Motoren, Kraftübertragungsmaschinen etc. 31

kammer; zugleich sind damit die durch die oscillirende Massenbewegunghervorgerufenen Unzuträglichkeiten fast vollständig beseitigt und derDruck auf die Lager ist auf ein Minimum reducirt.

Die Steuerung ist ausserordentlich einfach. An jedem Ende de.sCylinders ist ein schwach conisches Canalrohr angebracht, welches zu-gleich beide Cylinder steuert, während die Expansion für den kleinenCylinder regulirt wird durch eine besondere Expansionskappe, welchesich am Dampfeintrittsende über den Hahnconus stülpt, dessen Sitzsie bildet, und welche vom Regulator aus entsprechend gedreht wird.Fig. 11 ] ) zeigt in einfachen Linien die beiden Hauptstellungen

Fig. n.

des Hahnschlüssels. Die constructive Ausführung giebt Fig. 12, worauszugleich zu erkennen, dass alle Austrittsöffnungen doppelt vorhanden,so dass der Hahn bis auf den Druck pp in seiner Längsachse vollständigentlastet ist. Dieser letztere wird durch einen soliden Spurzapfen auf-genommen. Die Hahnen liegen nach dem Condensator zu in geneigterRichtung, und die Canäle nach den Cylindern münden am tiefstenTheile derselben; es kann also alles Condensationswasser freiwillig ab-fliessen, ohne Störung zu verursachen. Die Hahnen sind keineswegssehr fest in ihren Sitz gepresst, sie drehen sich vollkommen frei, undder am Conus sich vorbei zwängende Dampf, welcher auf seinem Wegebis zum Austritt fast vollständig seine Spannung verliert, wirkt dabeials Schmiermittel und sichert Conus und Sitz vor jeder grösseren Ab-nutzung. Das gleiche Princip ist übrigens auch bei den Kolben zuGrunde gelegt. Dieselben sind ohne jede Dichtung eingesetzt, sindaber sehr leicht und dünnwandig und dabei sehr hoch gehalten, so dassauch hier der Dampf auf seinem Wege von einer Kolbenseite zur an-deren seine Spannung verliert, das Ganze also wie eine Labyrinth-dichtung wirkt.

l) Ebenso wie Fig. 12 nach der zu der oben erwähnten Broschüre gehö-rigen Tafel.