Druckschrift 
2 (1785)
Entstehung
Seite
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Ueber die Einsamkeit.

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Es liegt unendlich viel Veranlassung zu wah-rem und dauerhaftem Vergnügen, in der Fertig-keit andern, wenn mau will, gleich das Her; zuhfnen. Man muß nur mit keinem Menschen ver-legen sehn, und dann ist es auch kein Menschmit »ns. Alles Lob der Welt, alle ihre elendeEhre, alle ihre bettelhafte Gnade, alles Posau-nen in Zeitungen und Journalen, ist wahrlicham Ende nicht so viel werth, als der einzige Ge-danke : diesem Unglücklichen habe ich itzt doch Zu-trauen zu mir erwecket; diesen Betrübten habeich doch itzt getröstet; diesen Muthlosen habe ich,Gott Lob, so gehoben, daß er nun wieder Her;faßt! Aber dieß altes kann man nicht, wenn maudie Fertigkeit nicht hat sich Liebe zu erwerben; unddiese Fertigkeit verlieret ein Gelehrter sehr leicht inder Einsamkeit. Geist und Herz werden durchsolche Gesinnungen und Kräfte unendlich mehrerhoben, als durch alles das hochgepriesene Grü-beln und Graben nach neuen Vorstellungsartendürrer und fruchtloser Wissenschaft, und durchjene stolze Schulfuchshofnrrng eines deutschen Pro-fessors