II
Fünftes Capitel.
Fehlern ihres Standes hüten; vor der Ungesellig-keit, vor der Menschenfeindschaft, vor der Ver-achtung alles dessen was nicht in ihrem Kreisehegt, oder zn ihren Beschäftigungen gehöret. Sjemöchten doch nicht stolz seyn und nicht herrsch-süchtig; sie möchten doch den Schwachen, de»Unwissenden, den Irrenden mit Liebe tragen;ihn nicht beschämen, aber belehren; nicht überAlles entscheiden, und insonderheit nie ohne Grün-de. Sie möchten sich doch zu jedermanns Fas-sung herablassen; sie möchten doch jeden beschei-denen Widerspruch mit Gelassenheit anhören; siemöchten doch, selbst von den Nichtgelehrten ebenso gern lernen , als sie andere lehren; und umGottes willen« doch alle ihnen fremde Einsichten,doch alle ihnen fremde Vorzüge, doch alle nütz-liche Beschäftigmigen andrer Menschen nicht ver-achten.
Wie viel oder wenig diese Predigt gefruchtethat, kam nicht bis zu meinen Ohren. Aber soviel ist gewiß, daß der Mangel von gutem Um-gang mit Tobten und Lebenden oft Gelehrte, in
ihren