2 Ueber die Einsamkeit.
hartnäckigen Entfernung von Welt und Um-gang.
Nicht alle Fehler der Einsamen entstehen ausder Einsamkeit. Man hat aus anderweitigen Ur-sachen auch wol Hang zu solchen Fehlern; aberdesto nachtheiliger ist die Einsamkeit, wenn manrin Heer von bösen Gedanken und Trieben in die-selbe bringt. Ueberhanpt je sorgfältiger man die-ses alles untersuchet und wiegt, desto eher erhel-let das wahrhaftig' Gute der Einsamkeit, wennich auch alles wegwerfe, was Schwarmerey ihrzur Ehre wahnt und lehrt.
Zur Hölle wird mich aber auch dafür der Schwär-mer schicken, denn jede frepe Beobachtung und derbescheidenste Gebrauch der Vernunft ist ihm einDorn im Auge. Ihr müßt ganz sein Freund sen»,oder ihr seyd ganz sein Feind. Alles was er sagt,müßt ihr glauben, wenn er auch nicht weiß waser redet. Alle seine Träume nennt er Grunderfah-rungen; denn er faselt wenn er spricht, und glaubtwas er träumt. Sich selbst und alles Gute opfert