1 12
Ueber die Einsamkeit.
wendet, um sich solcher Proselyrcn zu versichern,die Reichthum in die Klöster brachten und Wür-de in die Möncherey. Mit Traurigkeit und Zorn ,beweinte vielleicht der Vater den Verlust eineseinzigen Sohneö; das leichtgläubige Mädchenward durch Eitelkeit verführet, die Gesetze derNatur zu brechen; die bejahrte Frau strebte nacheingebildeter Vollkommenheit, indem sie den Tn- ^genden des häuslichen Lebens entsagte. Solcheseltene und erlauchte Büßende pries man als denRuhm und das Beyspiel ihres Zeitalters; aberdie Klöster wurden auch durch Schaaren aus demgemeinsten und niedrigsten Pöbel angefüllt, diedurch diesen Tausch weit mehr gewonnen, als sieverliessen. Bauren, Sklaven und Handwerkerkamen da ans der Armuth und der Verachtung !zu einem sichern und geehrten Beruf, besten an-scheinende Mühseligkeiten gelindert wurden durchGewohnheit, durch Volksgunst, und geheime Ver-minderung der Zucht. Roms bedrängte und durchübermassige Auflagen ausgehungerte Unterthanenentgiengen da dem Drucke der kaiserlichen Herr-schaft;