Ei.l/tes Capltel. 257
Purpurfarbe war, die er sich wie den Schalleiner Trompete dachte (*).
Mit herzlicher Unterwürfigkeit gebe ich zu:in dieser Welt voll Zwang und Gewirre, vollUnruhe und Mühseligkeit, seyen zwar Freyheit,Müsse, und Ruhe, grosse Güter; man sehnesich danach, gleichwie man auf dem Meere nachdem festen Lande sich sehnet, und in dem Him-mel
(') MehrcnkheilS tragen die Menschen in ihre Aussichtenin die Ewigkeit ihre gegenwärtige Sinnesart, Neigun-gen, Wünsche, und Leidenschaften. Darum bin ichauch ganz der Meinung unstrS grossen deutschen Philofo-phen, des Herrn Garve, daß der Demüchige unmöglichvonHeiren demüthig seyn könne, welcher hvffek,Gott wer-de ihn dereinst in der Ewigkeit durch Ehre und Herrschaftbelohnen! Darum sagte eine junge und sehr schöne Leut«sche Dame: sie hoffe einst in der Ewigkeit ein Kleid vonleichtem Siiber stör mit einem Gürtel von Colibrifcderntu tragen, und in einem fort im Himmel zu schweben aufeinem Teppich von Notenblättern über Aether gespannt!Darum ward in einer grossen Gesellschaft verheurathererDamen von Stande, in welcher man die Frage aufwarf,ob wol die Ehen in der Ewigkeit fvrtdauren werden, ein«stimmig geschrpen: davorbewahre uns der liebe Gott!