Druckschrift 
4 (1785)
Entstehung
Seite
22
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2- Ueber die Einsamkeit.

nig in Frankreich gedient. Ihr wisset, und vieleunter euch, die mit mir waren, sind dessen Zeu-gen, wie manches mal ich dem Feinde entgegen-gieng, und wie ich vor ihm stand in mancherSchlacht; jeden dieser heissen Tage hielt ich fürden letzten meines Lebens. Aber hier, vor demAngesicht des allwissenden Gottes, der mich hö-ret und der unser aller Richter ist, bezeuge ichEuch, daß ich an keinem dieser Tage mit demruhigen, frohen, schuldlosen Gewissen in dieSchlacht gieng, mit dem ich heute in den Todgehen will, wenn ihr mich darum umbringen wollt,weil ich keine Untreu bekenne, die ich nicht be-gangen! Die Würde mit welcher der Generalsprach, und der Strahl der Wahrheit der ihn da-bey umglänzte, besänftigte die Landsgemeinde,und Er war gerettet. Aber bald nach diesen Ta-gen zog Er mit seiner Gemahlinn aus dem Lande.Sie gieng nach Uri, in ein Nonnenkloster; Ergieng in eine Felsenhöhle, und lebte da, ein paarJahre, als Eremit. Indessen verrauchte derRausch im Lande. Reding kehrte zurück, vergaß

Alles,