Lo6 lieber die Llnsamkelt.
Es ist unglaublich wie viel der Geist inkleinen Städten durch Einsamkeit gewinnt, wennUns Ekel gegen langweiligen Umgang in densel,den ergreift» Nirgends wird man seines Lebensso froh; nirgends werden die schönen Tage derJugend besser benutzet; nirgends sind die Ver-suchungen zum Zeitverderb, für verständige Köpfeso klein; nirgends lernt man besser die Gefahrender Einsamkeit kennen und vermeiden. Jedekleine Stadt muß man als ein Kloster betrach-ten, wo man, in einer kleinen Gesellschaft vonder Welt entfernter und abgerissener Menschen,auf wenige Ideen eingeschränket ist; wo daheralle Leidenschaften kleiner oder böser Menschenfürchterlicher gährcn und toben, und wo sich einegute Seele nirgends rettet, als unter gutenSeelen, oder in ihrer Celle. ,
Kleine Städte kommen in gewissen Haupt-zügen alle mit einander überein; durch die Artwie sie regiert werden, sind sie voneinander ver-schieden. Mehr Tyrannen und Seelensklavereysieht man nicht leicht, als in solchen kleinenrepublikanischen Städten, wo nicht nur ein Bürger
sich