Druckschrift 
3 (1785)
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204
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204 Ueberdle Einsamkeit.

Ruhe, und stößt ste immer von sich, indem man ^danach seufzt ? und ist immer Herumgetrieben durch -DAnspruch, Hofnung, Verlangen Ehrgeitz, Pflicht, ,, v«Langeweile, Ekel, und ewige Reue über jedentveggeflogenen Augenblick. ^

Ader in der Todkenstille kleiner Städte,ists dann in den Köpfen zwar auch oft, ebenso wüst und leer, als auf den Gassen. Nicht ^jeder benutzet da, zu seinem Vortheile, die Herr» ^liche Zeit, die unbezahlbare, und unglaubliche ^Müsse. Wenige retten in diesen Einsamkeiten ^

sich durch vernünftiges Einsamleyn. Erschreck- ^

liche Langeweile haben da zumal Vornehme, wel- , ^

che wähnen, ihre Gesellschaft sey allzuvornehmund allzuavelich für bürgerlichen Pöbel. Manmüsse darum sich zurückziehen, sich zwingen, und

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lieber mit hochadellcher Langerweile sich quäken,als mit vernünftigem Unadel sich seines Lebens ^freuen. Gerade das Gegentbeil sollten diese Vor-nehmen thun, wenn sie des Umganges mit sich ^selbst ganz unfähig sind; sie sollten mit allen gu-ten Menschen leben, und alle lieben, um von 'allen geliebet zu seyn. Wer doch auch nur ei-

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