Neuntes Capitel. 175
Philosophie und Religion machen hier einschönes Band. Sie führen uns bevde in unsselbst. Bcyde sagen zwar auck, man könne dieGefahren der Schwärmerey nicht genug fürch-ten , und nicht fürchterlich genug beschreiben.Aber wenn das Gute in uns/ ohne Convulsto»" nen
„Wer aber einmal feine Augen auf sich selbst zu kehren„Anlaß bekomm!, wird doch seinen Körper noch eher„als seine Seele gewahr werden; er wird auf die Unbe-quemlichkeit einer gehinderten Verdauung, eines er»„müdetcu Kopfs, eines durch Uebermaaß oder Unacht-„samkeit verursachten Sch-merzenS noch eher aufmcrk-„samwerden, «IS aufdie moralischen Ucbel, welche der„Mangel gewisser Tugenden, oder die Unterlassung ge-wisser Pflichten nach sich rieht."
„Und eben weil diese bcyden Sachen so genau mit ein«„ander verbunden sind, trügt ein kränklicher Körper zu-weilen dazu bey, den Menschen moralisch besser zu ma«„chen. Er rieht die Achtsamkeit desselben von den äus»„fern Gegenständen ab, die sonst ihn entweder blos rer»„streuen, oder die ihn ganr fesselten, er giebt seinem„Verstände die Richtung über ihn selbst nachzudenken;„die Ursachen seines jeyigen Zustande« ru erforschen,„den künftigen vorauSjusehen, und Anstalten darauf ru„machen. ES ist unmöglich, daß zwischen rwey so„um oft mit einander verbundene» Gesellschafter», a!S„ Leib und Seele, der erste unsere ganze Aufmerksamkeit„und So, ge haben könne, ohne daß auch der andere dar»-M einige» Ahest nehme,.'!