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Neuntes Capltel.
Priester des Evangeliums und Lehrer derTugend brächten allerdings Weisheit und Tugendin einen Übeln Ruf, wenn stc sich der Gesellschaftund dem Umgänge mit ihren Ncbenmcnschen ganz»lich entzögen, und alles sinnliche und geselligeVergnügen allzustrenge vermieden. Aber davornehmen sich die meisten Priester des Evangeliumswohl in acht. Auf dem Lande und in der Stadtwäre Einsamkeit für manchen unerträglich, wennEr eben zu einem nachbarlichen Besuche gestiefeltist, oder gebeten auf eine Assembler, oder garauf einen Pikcnik. Welche fürchterliche Lange-weile, und welche hypochondrische Angst, hättemancher orthodoxer Seelenhirt in Deutschland,wenn er seinen Abend zubringen müßte ohne diePikdame und den Treffkönig; und sein ehrwür-diger Bruder in England, wenn er nicht Nächtedurchwachen könnte im Bierhause.
Allerdings sind also die Zeiten vorbey, wodas einsame, ganz der Betrachtung gewiedmeteLeben zu viel galt, und wo jedermann dafürhielt, gänzliche Entfernung von der Welt feyAnnäherung zum Himmel.
F 3,
Meine