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Über mittelalterliche Bibliotheken
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Beiträge zur Geschichte einiger Bibliotheken.

J cli möchte es als wünschenswerth bezeichnen, dass die Indiceszu Publicationen alter Cataloge sich nicht allein auf Nachweisungklassische)' Autoren, auf mittelalterliche weltliche Litteratur und Ge-schichtswerke beschränken, sondern auch die patristischen und litur-gischen Handschriften einbeziehen. Ein Index ist nur gut oderschlecht; ein Mittelding gibt es nicht, und dass man hei Stoffen, welcheeinen sehr mannigfaltigen Standpunkt der Betrachtung gestatten, darannicht wohl thut, mit ganz particularistischem Blicke an die Stellungund Lösung der Aufgabe heranzutreten, ist einleuchtend.. Meine An-sicht hierüber ist im Allgemeinen schon früher kurz angedeutetworden. Ein weiterer Grund für eine derartige Anlage der In-dices ist rein praktischer Natur. Habe ich einen Miscellancodex vormir, oder selbst nur dessen Inhaltsbeschreibung, so kann ich invielen Fällen an der Hand eines gut angelegten Index eine Hs.mit Bestimmtheit in einem alten Catalog wiederfinden und somitderen Provenienz feststellen. Der als Augiensis CXII. erhaltene Codexwurde von mir unter Zuhilfenahme des Beckersehen Index sofort alsNo. 6,404 erkannt, obwohl nur die Beschreibung eines Bruchstückesder Hs. vorliegt. Ebenso schnell findet man den Bobbienser Codexdes Josephus (Bibl. Ambrosiana; Unter Glas; saec. VII) unter BeckerNo. 32,500; den Ambrosius nebst Beda in Lucam (zu Turin G. V. 15nebst Ambr. H 78 Sup) unter Becker No. 32,483. Die No. 76,121 ge-nannte Hs. (Halitgarius) ist gleich der No. 551 des Cataloges der Bi-bliothek zu Gent von Saint-Genois etc. — Andererseits ersieht manz. B. durch Nachschlagen unter den selteneren Vitae SS., dass die imCodex S. Germain No. 497 erhaltene, aus Bec stammende Sammlungderselben, in keinem der beiden Cataloge dieses Klosters enthalten ist.

Jedenfalls halte ich es für sehr erspriesslich, solchen Catalogendie Nachweise über den Verbleib der Hss. beizusetzen. Worindrückt sich wohl die Geschichte einer alten Bibliothek deutlicher aus?Das hat Becker, wie schon früher gesagt, nur auf Grund fremder Ar-beiten gethan und auch dann nur sehr selten. Und doch wäre diese sonothwendige Untersuchung, wenn sie auch augenblicklich von einem Ein-zelnen nur in beschränktem Maasse zu leisten ist, eine für den Spürsinnder Forscher auf diesem Gebiete anregende und in manchen Fällen (z. B.für Frankreich an der Hand des Catalogue general des Bibl. publ.)nicht allzuschwere Arbeit gewesen. In anderen Fällen freilich kann ein