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Über mittelalterliche Bibliotheken
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Anordnung der Bibliotheken im Mittelalter. 329

Paris No. 16203 erhaltenen Bücherverzeichnisse der Pariser Collegien;der Cod. Lat. Monac. 14397 (Becker No. 196—199) ist ein Sammelbandvon Catalogen aus dem Jahre 1347; das Werk des John Boston ofBury in der Bibliothek zu Cheltenham (oben No. 519) und die vonRoelants gesammelten Verzeichnisse belgischer Bibliotheken sind Bei-spiele aus dem XV. Jahrh. Man muss sich darnach hüten, Cataloge diein Handschriften eingetragen stehen kurzweg auf jenes geistliche Hauszu beziehen, aus dem die jeweilige Handschrift stammt. Ist nicht aus-drücklich gesagt: Hi sunt libri huius monasterii, oder hi sunt libriqui hie habentur, oder steht nicht durch ähnliche unzweideutige Ver-merke die Zugehörigkeit des Verzeichnisses fest, dann liegt zum min-desten ebensoviel Wahrscheinlichkeit vor, anzunehmen, dass man dieBücher eines fremden Hauses vor sich habe. 1 )

Nocli eins. Wir haben vielfach Nachrichten aus Chroniken, dassKlöster und Kirchen von Feuersbrünsten und Verheerungen heimgesuchtwurden. Pez hat im Thesaur. Anecdot. I, pg. LH den Catalog vonS. Nicola zu Passau ex cod. XIII. saec. bekannt gemacht und fügt dannFolgendes bei: De horum librorum fortuna haec Necrologium S. Nicolaicommeniorat: anno Domini 1389 omnes libri de S. Nicoiao cum cle-nodiis combusti sunt in Castro Newnburge proxima die post festumPaschae. 2 ) Diese Nachricht ist nicht anzuzweifeln; die Probe machtman, indem man die aus S. Nicola nach München gekommenen Hss.heranzieht; sie sind in der Regel ganz jung. Wenn wir aber imProdr. Trevir. von Hontheim (ex chronico S. Maximini) T. II, pg. 1024lesen: Hujus tempore, videlicet anno 1325 combustum est praesensmonasterium tertia die S. Luciae Virginis, so lässt sich leicht erweisen,dass bei diesem Brande die Bibliothek von S. Maximin nicht in Mit-leidenschaft gezogen wurde. Aehnliches war oben zu erwähnen, woüber die Bibliothek von Lobbes gehandelt ist.

') Vgl. z. B. die Zweifel, welche Prof. Dümmler bei der Herausgabedes in einem Cod. S. Emmerami überlieferten Cataloges Becker No. 63geäussert hat; er möchte ihn für den Dom oder S.Michael zu Bambergin Anspruch nehmen. Vgl. auch oben hei No. 221 Wörthsee saec. XI dieWorte: quem uos dedistis.

2 ) Dasselbe bestätigt ein Codex von dort: Anno domini 1395 in oetavaS. Augustini impetrarunt (1. impetravimus) hunc librum a domiuo praepositoS. Hippolyti et confratribus uostris ad reparationem librorum nos-trorum, qui combusti et annihilati fuerunt per Bohemos et civesPatavienses in castro Newnburgensi. Quare diligenter oretis proconfratribus. (Pez, a. a. 0. pg. LIII.)