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Über mittelalterliche Bibliotheken
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Anordnung der Bibliotheken im Mittelalter. 808

graphischen und sprachlichen Charakters der Handschriften so starkbemerkbar, dass man deshalb bestimmte Handschriften von vornhereinausscheidet (vgl. Becker No. 22 S. Gallen: Libri Scottice scripta;No. 117 Durham, Libri Anglici; den Anfang der im Uebrigen un-genügend veröffentlichten Cataloge von Bebais, Becker No. 132. 133.*)Wichtiger ist die Trennung der Büchersammlungen eines unddesselben Hauses in die Kirchen- (resp. Kloster-) und Schulbiblio-thek. Bei Becker No. 5« (saec. XI), Hamersleven, ist ausdrücklichhervorgehoben, dass wir hier die Schulbibliothek vor uns haben (Hie estthesaurus S. Pancratii. martyris in Hamersleue scolasticalium librorum,qnos ego H. de Brunesono vidi.) Beide können neben einander be-stehen und da man darauf öfters nicht achtete, sind Missverstiindnissein der Auffassung von Catalogen entstanden. Hätte Thonissen andiesen Unterschied gedacht, so brauchte er sich über den Miingel derklassischen Litteratur in dem oben gedruckten Catalog von Stavelotnicht zu wundern (Bulletin de l'Acad. Boy. des sciences, Bruxelles1867, pg. 603); wir haben eben die Klosterbibliothek vor uns. AuchWidmann hat nur Bücher der Klosterbibliothek von Arnstein bekanntgemacht; die Schulbibliothek steht abgetrennt, verzeichnet, wie dennbeide auch verschiedene Schicksale gehabt haben. Wattenbach hat (nachPerlbach, Centralbl. f. Bibliothw. Bd. 2, pg.33) aufmerksam gemacht, dassbei dem von Mone zuerst gedruckten Catalog von S. Peter bei Salzburg(bei Becker No. 115), der ganze voranstehende Abschnitt: ,Hi sunt sco-lares libri istius ecclesic', ein Zusatz von späterer Hd. saec. XIII. sei;dazu kommen die Bücher der ,bibliotheca salzpurgensis qcclesiae'. Soist es auch bei den Catalogen aus Arnstein. Im Catal. der Dombibl.zu Passau von 1254 werden die libri scholastici abgesondert auf-geführt. Das älteste Hss.-Verzeichniss von Klosterneuburg kann nichtvollständig sein; es fehlen nicht nur die Hess- und Chorbücher,sondern alle Klassiker, die für die Existenz der Klosterschule nöthigwaren (vgl. A. Czerny, Die Biblioth. des Chorherrnstifts S. Florian,Linz 1874, pg-. 24). G.Vignat sagt (Memoires de la soc. arch. et histor.de l'Orleanais T. XVI fasc. 1, pg. XL sq.) vom Catalog von Baugency(oben No. 251) ganz richtig: J'aimerais mienx penser qu'outre leslivres De Armariolo, reserves aux religieux, ainsi que leurs titres dureste semblent l'indiquer il y avait a l'abbaye, pour l'usage des ecoliers,d'autres livres qui n'ont pas ete compris dans le present inventaire.Umgekehrt wird aus dem Bücher -Verzeichniss von Brogne (obenNo. 703) mit Eecht auf ,une autve bibliotheque de livres sacrees etecclesiastiques a l'usage des moines' geschlossen (Annal. de la Sociöte'ircheol. de Namur T. IX, 1865—1866, pg. 340. 341 von Ch. W.).Der oben unter No. 152 aufgeführte Catalog: Hii sunt libri pigauiens.ecclesie und No. 151 ergänzen einander; der erste behandelt dieallgemeine, der letztere (ohne nähere Bezeichnung in dieser Hinsicht)

') Um zeitraubendes Nachschlagen zu vermeiden, habe ich in dieserZusammenstellung, wo es anging, auf G. Beckers Catalogi bibliothecarumantiqui Bonn, 1885 verwiesen.