Mustercataloge. 283
Expositio Rabani super regulam Benedicti.
Item breviarium impressum in duobus voluminibus concessum abbati.
Plura breviaria quibus utuntur fratres.
So lange freilich insbesondere die grossen Bibliotheken keine solchenArbeiten aufzuweisen haben, wie das Manuscript Departement desBritish Museum seinen Class-Catalogue, so lange diese nicht durch Druckoder anders allgemein zugänglich sind, so lange nicht die Historikeran urkundlichen Belegen für Bibliotheksstiftungen und Schenkungenim ausgiebigsten Maasse mitarbeiten, so lange von einer Bibliothek,wie die Vaticana, kein Catalog vorhanden ist, der auch die Provenienzder Hss. gibt, so lange ist an eine auch nur vorläufige Lösung derganzen, hier einschlagenden Fragen nicht zu denken. Besonders aberdann nicht, wenn die Verzeichnisse alter Bibliotheken selbst so gedrucktwerden, wie z. B. der Catalog von Arnstein und der Catalog vonStavelot. — Der Catalog von Stavelot ist von Thonissen aus demnunmehr die No. 28106 tragenden Codex Addit. des Brit. Mus. ab-geschrieben worden, als derselbe noch in seinem Vaterlande, u. zw. beiDr. Fischbach in Löwen, sich befand. Thonissen hat die Abschriftdieses Cataloges im Bulletin de l'Acad. Roy. des Sciences des Lett.et des beaux-arts, Brüssel 1867, pg. 613 sqq. veröffentlicht. Weshalbeigentlich die Einleitung dazu geschrieben wurde, weiss ich nicht, derdahinter gedruckte Catalog aber hat uns mit einem Beda super na-turam (pg. 615. Z. 5), einer Cronica Isidori et liber sententiaru *)in eode, mit gesta Pasnuccii et Symphoriani (pg. 618. Z. 11),einem Johel elemosinar., Johel de cpunct (compunctione) et repara-tione lapsi (pg. 619. Z. 4 u. 5), Wala de pncipalib. insciis (pg. 620.Z. 3) und anderen litterarischen Neuigkeiten beschenkt. Ich brauchenicht erst zu sagen, dass alles dies auf den plumpsten Lesefehlernberuht; bei aller scheinbaren Genauigkeit des Abdruckes wimmeltderselbe von Irrthümern und argen Flüchtigkeiten, wie eine Ver-gleichung weniger Zeilen in den Bulletins mit dem hier gegebenenTexte zeigen kann.
Im Abdruck des Cataloges von Arnstein 2 ) (Annalen des Ver. f.nass. Alterthk. XVIII, 1, pg. 28 — 32) ist der Hauptfehler in demUmstände zu suchen, dass die drei ganz verschiedenen Hände, die imCodex sich scharf abheben, in der Wiedergabe nicht erkennbar sind.Ferner ist dort nur der Theil gedruckt, welcher die Kirchenbibliothekenthält; der auf dem unmittelbar vorhergehenden Blatt befindlicheCatalog der Klosterschule, der die Classiker und Grammatiker enthält,fehlt ganz; übrigens ist derselbe auch im Catal. der Addit. Mscr. über-sehen worden. Dr. S. Widmann hat den Codex nicht selbst in der
') Dies wäre wenigstens an und für sich nicht unmöglich.
") Er fällt sicher, sowohl aus palaeogr. als aus anderen Gründen, ganzzu Anfang des 13. Jahrh. Becker stellt ihn in der Reihe der Catal. vielzu weit nach rückwärts. (No. 165.)