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Über mittelalterliche Bibliotheken
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Mustercataloye. 281

von Anderen nachgeschrieben wurde. 1 ) (vgl. z. B. P. Namur, Hist. desbibl. publ. de Belgique T. III, pg. 10 Anm. 1; G. E. Vogel, im Sera-peum 1844, pg. 292). Nach vielem Suchen ist es mir gelungen, dieStelle zu ünden, welche diese Annahme hervorgebracht hat, und damitglaube ich auch ihre Unhaltbarkeit erweisen zu können. Die Fort-setzung der Chronik des Folcuin meldet nämlich, dass um den Beginndes 11. Jahrb. ein Bibliotlieks-Inventar gemacht wurde mit folgendenWorten: Floruisse etiam apud nos studia literarum in recensita li-brorum summa, quae per idem tempus descripta est concipi potest.(D'Achery, Spicilegium, fol. Ausg. Tom. II, pg. 744.) Diese Summalibrorum ist nun identisch mit dem von mir eingesehenen Catalogdes Brit. Museum, dessen genauer Titel lautet: Anno dominicq incar-nationis I. XL. Villi fratres lobienses suum recensentes armarium hancsibi repererunt summam librorum. — Darnach ist, wie schon dasDatum lehrt, eine Verbindung des Cataloges mit Folcuin nicht möglich.

Es ist nun einerseits sehr interessant, dass der bei Sander, Bibl.Belgica Msta. I, 297—304 stehende Index librorum ManuscriptorumBibliothecae Nobilissimi Monasterii S. Petri Lobbiensis, keine der obenangegebenen Hss. des Augustinus enthält, welche aus dem Brande ge-rettet wurden. Andererseits sind noch Hss. aus Lobbes bekannt, welchesicher nicht verbrannt sind. Lengrand, Mönch zu Lobbes, hatte nocheinige Hss. von dort, welche 1836 zu Mons versteigert wurden. Einigedavon kamen in die Hände Vergauwens, manche von diesen sind heuteauf der Kgl. Bibl. zu Brüssel, einige wurden nach England verkauft.— Lengrand hatte: Liutprand; Vita Gisleni, Vitae Sanctorum (= Cod.Bibl. Burgund. 14924—14934), die erstere Schrift viel jünger (saec.XIV),als die Vitae (saec. XI) und diesen nur vorgebunden. Zum Schlüsse:Liber Sancti Petri Lob j iensis ecclesiae | Servanti benedictio | Tol-lenti maledictio. Amen); ferner: Homiliae, Meditationes cordis in exiliocuiusdam Eatherii Veronensis episcopi. saec. XI — XII; Vita Lande-lini etc. saec. XVI; Vita S. Ermini, Ursmari etc. saec. XV.

Dazu kommt Cod. Bruxell. 2 ) 18016 (saec. XI) Vita Preiecti, Bygae,Hilarii Pictav., Eemacli (3 Bl.), Theodardi, Autberti Cameracensis,Theodulfi, Martialis, Theodori abb.; Dodonis; Eugenii Toletani, Gen-gulfi, Reinaldis virginis, Huberti, Cucufatis, Eligii, Wandregisili, Co-lumbani etc. Schluss abgerissen. — Nach Anecdota Bollandiana I, 94ferner Bruxellensis No. 18018 (33 X 23 cm ) versch. Hände saec. XII.Darin u. a. eine: vita Servatii. — Auch Bamberg, E. III. 18 (des Hier.Prosper. Isid. Beda Chroniken) ist nach Giesebrecht, Gesch. d. d. Kaiser-zeit II 5 , 601 aus Lobbes. — Eine Hs., die Bethmann bei Vergauwen

') Das Schweigen hierüber in dein Buche: Lobbes, son abbaye et sonchapitre par l'abbe J. Vos. 1865, 2 Bde. möchte ich nicht gerade der Kritikdes Verfassers zu Gute rechnen; aber ich will constatiren, dass Tome II,pg. 147, wo über Folcuin gesprochen wird, von einem Catalog der Biblio-thek, den er verfasst haben soll, nichts gesagt ist.

') Der Catal. der Bibl. Royale des ducs de Bourgogne schliesstmit No. 18000.