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Über mittelalterliche Bibliotheken
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llinleituny. 13

Sehr nothwendig wird es ferner sein, offen Stellung zu nehmengegen den groben Unfug, der sich in neuerer Zeit beim Nachweiseder imitatio klassisch-römischer Autoren durch mittelalterliche einge-schlichen hat. Philologen und Historiker theilen sich hier in die Ehrezweifelhafter Entdeckungen. Man lässt aber die im Mittelalterweit verbreiteten und methodisch angelegten Excerpten-Sammlungen und Chrestomathien ganz ausser Combination,Welche, trotzdem sie in so vielen verschiedenen Eecensionen vorhandensind, Niemand zu einer die Resultate zusammenfassenden Arbeit ver-anlasst haben. Wie viel Neues, speziell für die Texte klassischerAutoren, oder wenn auch nicht dies, so gewiss für Textgeschichtederselben, ist da noch zu finden, wie viel würde die Kenntniss mittel-alterlicher Dichtung dadurch gewinnen! Man braucht nur den Catalogder Hss. zu Valenciennes von Mangeart in die Hand zu nehmen, umsich von der Eeichhaltigkeit solcher Chrestomathien aus S. Amand zuunterrichten. Wie dem auch sei, man wird nicht ohne weiteres jedesogenannte imitatio als Zeugniss für Leetüre eines Exemplares desbetreffenden Autors hinnehmen dürfen; nur zu oft löst sich der Scheini» das leere Nichts auf. — Stücke von der Art, wie Becker No. 67, ge-hören in eine solche Sammlung nicht; sie sind viel zu allgemein gehalten;über No. 97 kann man schwanken. Solche Documente endlich wie dieVerordnung zur Beisteuer für die Bibliothek von Fleury von 1146, 1 )s md für unseren Zweck nicht brauchbar. Das ist unleugbar ein Beitrag

■Hartzheiin, Concilia Germ. II, 17 sq. (sacramentarius, lect.ionarius, antipho-?x r o US ' kaptisterram, über poenitentialis, psalterium, homiliae; Bisch. HattovT 886), zuletzt Abt von S.Gallen, sagt: ex quibus omnibus si umim de-tuerit, sacerdotds nomen vix in eo coustabit.) Hierher gehört auch das Decretaletle reeipieudis et non reeipiendis libris des Papstes Gelasius I. Doch ist die^chtheit desselbeu von Dr. Friedrich in der Januar-Sitzung der K. Aead. derWiss. in München 1888 (histor. Gruppe) angezweifelt worden. — Nicht un-interessant ist ein ordo auetorum od. canon. librorum in dem, im Cod. Turon.«o. 41(j vollständig erhaltenen, 1086 verfassten Werke des GrammatikersAiinericus. f. 58 heisst es: Et super omnia lioc notandum, quoniam, sicutgenera metallorum, quatuor illa, aurum, argentum, stagnum, plumbum, sie etgenera seripturarum quatuor ista, authentiea, agiogräpha, conimunia, apoerifa.teteras scripturas hinc edoctus per te ipsuni diiudica. — Darin: Item apudgentiles sunt libri authentici, hoc est aurei, artes VII, auetores VIII; artes:prainatica, rethorica, dialetica, musica, ariinetica, geometrica, astro(no)mia;auetores: Terentius, Virgilius, üratius, Ovidius, Salustins, Lucanus, Statius,Juvenalis, Persius. Sunt inde in subgradivo genere, hoc est argenteo, Plautus,Jwinius (Emius cod.), Tullius, Varro, Boetius, Donatus, Prisciauus, Sergius,Varus, Plato translatus (nam in origiue linguae suae inter primos est inaureo genere. Cur vero in translatione degradatus sit non est hie disserere).n tercio, hoe est communi genere, alteros pones, Catuuculum, Homerulum,^aximianum, Avianum, Esopum. Ceteras scripturas hinc edoctus per te ipsum'iiiimica. (Academie des Inscriptions et Beiles Lettres. 1870. — ComptesJtendus. Nouv. Serie Tom. VI, pg. 249 sq.)

, ) In Becker, Cat. steht sie unter No. 84. — Anderes, ganz Aelmlicbes

nat Becker unberücksichtigt gelassen, z. B. die Verordnung rar S. Trinitatisveudome, für Korvey etc. Die Abdrucksteilen hat E. G. Vogel im Serap. IV.(Aufs, üb, ( i_ armarius etc.) angegeben.