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Bd. 3, Abt. 2 (1874)
Entstehung
Seite
681
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II. Mechanische Fabrikation und Handwerk. 681

In den Fabriken sind regelmässig die unter 1., 3. und 4. genann-ten Zweige vereint. Doch werden die Hauptfunctionen:

1. Verfertigen der rohen Bürstenhölzer,

2. das Reinigen der Borsten und Haare,

3. das Kämmen,

4. das Meliren,

5. das Binden,

6. das Pechen,

je von besonderen Arbeitern vorgenommen.

Zu den Bürstenhölzern werden folgende Holzsorten verwendet:Buche , Kirsche, Erle, Ahorn, Mahagony, Palisander, Nussbaum,letztere drei theils.zu Fourniren, theils zu massiven Hölzern.Die Bürsteneinzüge sind theils ächte Haare:

Schweineborsten.

Ziegenhaare.

Pferdehaare (seit 1860).theils Surrogate,

Reiswurzeln (seit 40 Jahren).

Piasava (Holzfaser) seit Mitte 1860.

Fischbein- und Kokosnussschalen-Faser.

Fabricirt werden alle Sorten von Bürsten tmd Besen, ferner alleSorten von Pinseln, von den feinsten bis zu den ordinärsten. Dochwerden auf Knochen, Horn, Schildkrott, Elfenbein und Metall keinegemacht.

Ausschliesslich mit der Anfertigung feiner Waaren befasst sichzur Zeit Ludwig Klingele; Eduard Faller, Söhn des obengenann-tenFranz Joseph Faller, hat seine Fabrikation zuerst auch auf diesefeinen Waaren ausgedehnt.

Jede Sorte von Bürstenwaaren wird in einer grossen Anzahl vonNummern und Formen, je nach dem Geschmack der Gegend, die siebezieht, öder den Anforderungen des Bestellers angefertigt und dieEinrichtung der Geschäfte hierfür datirt aus neuester Zeit. Die Fabri-kanten componiren auch neue Muster und führen sie auf dem Markte ein.

Die Absatzverhältnisse sind zur Zeit günstig und die Geschäftegehen gut. Ein geschickter Arbeiter kann in einem Tage 130 Rmk.bis 2'30 Rmk. verdienen. Eine geschickte Arbeiterin ebenso 1 Rmk.bis 175 Rmk.

Die fünf Fabriken in Todtnau beschäftigen zur Zeit 200 Arbeiterim Ganzen.

Als Hausindustrie betreiben die Bürstenfabrikation 230 Haushal-tungen in den obengenannten Orten (eine Ausnahme von Bernau) zu-sammen mit 424 Personen.

Siam (Wurzel),Federkiel, gespalten

seit Mitte 1860.