Es giebt im technischen und mercantilen Verkehr wohl wenigeAusdrücke, die so unbestimmt -und so weitgehend sind, als "die Benen-nung „Kurzwaaren“. Man bezeichnet mit diesem Namen Fabrikatezu den verschiedensten Zwecken und aus den verschiedensten Mate-rialien gemacht, ohne dass diese verschiedenen Fabrikate eine gemein-same Zusammengehörigkeit besitzen müssten, — eine Freiheit in derBezeichnung, welche ohne Zweifel eine der wesentlichsten Ursachen ist,dass bei allen Ausstellungen der Kurzwaarengruppe alle diejenigenFabrikate zugewiesen werden, die sich nicht leicht systematisch eineranderen Gruppe einreihen lassen. Ueberdies hat seit der ersten Lon-doner Weltausstellung jede ihrer Nachfolgerinnen wieder eine andereClassification angenommen, und die Nachtheile dieser fortwährenden,wenn auch sonst noch so begründeten, Aenderungen machten sich inder am wenigsten abgeschlossenen Gruppe der Kurzwaaren abermalsam meisten fühlbar. Nach der officiellen Gruppeneintheilung warenbei der Wiener Weltausstellung der Gruppe X. zugewiesen:
a) Arbeiten aus Meerschaum, Elfenbein, Schildpatt, Perlmutter,Fischbein, Wachs- und Lackarbeiten;
b) Galanteriewaaren aus Leder, Bronze etc.;
c) Stöcke, Peitschen, Regen- und Sonnenschirme, Fächer;
d) Kammmacher- und Bürstenbinderarbeiten;
e) Spielwaaren.
Ausser dieser bunten Sammlung der verschiedensten Gegenständewurde die Gruppe X. aber noch durch Zuweisungen aus den Gruppender Leder-, Metall-, Holz-, Glas- und Papierindustrie bereichert; inFolge dieses Zuwachses hot sie ein so reiches Bild, dass der Verfasserdieses Berichtes es sich gestatten zu dürfen glaubte, bei Beschreibungder einzelnen Ünterabtheilungen von der ursprünglichen officiellenEintheilung abzusehen, und eine nach gemeinschaftlichen Prädicatengeordnete Eintheilung der Gegenstände der Gruppe X. aufzustellen.