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Bd. 3, Abt. 2 (1874)
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599
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VII. Die Korbflecliterarbeiten.

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penhagen aus geschälten Weidenruthen geflochtenen Lehnsessel, der,so einfach und billig er war, durch stilvolle Verwendung des Materials,correct umflochtene Verbindungen und schönen Schwung in den Linienalle ähnlichen Arbeiten übertraf.

Italien hatte mantuanische Korbwaaren, venetianische Mattenund mancherlei andere durch gefälliges Flechtwerk und saubere Be-handlung des Stoffes bemerkenswerthe Gebrauchswaare ausgestellt.Das Schönste waren die mit zierlichem Netzwerk aussöla überspon-nenen Fiaschetti für Olivenöl und Wein, welche Ranieri Nardiaus Montelupo im Florentinischen eingesandt hatte,

Das Wenige, was von hierher Gehörigem die Niederlande unddie Schweiz ausgestellt hatte, gibt zu näherer Erwähnung keinenAnlass.

Brasilien hatte wasserdichte Körbe aus dem Bast einer Palmen-art; Britisch Indien mancherlei hübsch geflochtene Körbchen undFächer; Holland aus seinen ostasiatischen Besitzungen herrlich ge-musterte Matten und Decken; die Türkei aus spanischem Rohr sehrleicht geflochtene Käppchen, bei grosser Hitze unter dem Fez zu tra-gen, ausgestellt, alle diese Arbeiten fallen aber in das Gebiet dernationalen Hausindustrie und sind auch vielmehr Erzeugnisse der Tex-tilindustrie, als dass sie im Zusammenhang mit der Holzindustrie zubehandeln wären. Nur der vortrefflichen Korbwaaren Japans ist hiernoch näher zu gedenken.

Die von den Japanern zu Korbwaaren verarbeiteten Flechtstoffesind ausserordentlich mannichfaltige. Riedgras und Binsen werden zuHüten verarbeitet, welche schon ziemlich allgemein in Japan eingeführtsind; Weidenruthen und Ruthen einer Eibischart (Hybiscus syriacus)zu Tornistern und Koffern; der Bast mehrerer Schlingpflanzen, dar-unter einer Wisteria, zu vielerlei kleinem Geräth und zu Matten. AusCycaswedeln werden Körbchen geflochten, die, innen gefüttert odergefirnisst, zur Bewahrung der Holzkohlen für die kleinen tragbarenStubenherde dienen. Die hauptsächlichen Flechtstoffe bleiben aberdoch das Bambusrohr und das spanische Rohr; ersteres wiegt bei denfür den europäischen Markt hergestellten Arbeiten vor, letzteres wirdmit unübertrefflicher Zartheit zu den für eigenen Bedarf bestimmtenGegenständen verarbeitet. Eine künstlich bunte Färbung der Flecht-stoffe haben wir nirgends beobachtet, doch pflegt man wohl der Bam-busrinde durch Räucherung einen warmen braunen Ton zu geben, ähn-lich dem- der bekannten geräucherten Rohrstöcke. Die japanischenBambuskörbchen sind seit einigen Jahren bei uns eingeführt; obwohleinige deutsche Korbflechter sie nachzuahmen begonnen haben, wirdihre erstaunliche Billigkeit ihnen wohl noch lange den Absatz bei uns