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Gruppe VIII. Holz-Industrie.
Anders verhält es sich mit der sogenannten Phelloplastik, der Verar-beitung des Korkes zu Modellen von Werken der Baukunst. Hier dientder Kork nicht wie bei jenen Spielereien förmlich als eigenartigerplastischer Stoff für einWerk der Kunst, sondern nur als Substrat fürdie Darstellung eines solchen, das in anderen Stoffen vorhanden, oder ge-dacht ist, seine Natur wird auch durch Bemalung und andere Zutliatverhüllt. Luigi Palmieri in Neapel hatte fein ausgeführte Darstel-lungen antiker Ruinen aus Pompeji auf solche Weise aus Kork gear-beitet.
Die Korkindustrie Russlands vertraten zwei bedeutende RigaerFirmen, A. N. Putiloff und Julius Sturz.
In Oesterreich., welches die Zucht der Korkeiche im DalmatischenKüstenlande neuerdings in rationelle Wege zu leiten bemüht ist, wirddie Verarbeitung des Korkes zu Stöpseln und Pfropfen vorzugsweiseals Hausindustrie im Erz- und Riesengebirge beti-ieben; die dortigenFabrikate waren bei mehreren Ausstellern, am besten bei Gerber &Löffler in Platten, und Anton Schreiber & Co, in Joachimsthal zusehen. Ausserdem war die Wiener Fabrikation durch drei Ausstellervertreten; Robert Pecher und Wolf & Lauf zeigten gute preiswertheStöpsel; der Erstere hatte Sorge getragen, im Ausstellungsräume selbstdie Herstellung der Stöpsel durch Handarbeit vorzuführen.
Auch im Deutschen Reiche hat man in der leicht zu erlernendenVerarbeitung des Korkes ein Mittel zur wirthschaftlichen Hebung sol-cher Gegenden gefunden, deren Bodenertrag für die Bedürfnisse de.rBewohner nicht ausreicht. In vielen dieser Gegenden wird die Fabri-kation von Stöpseln und anderen Korkwaaren vorzugsweise als Haus-industrie betrieben. Doch kommen auch geschlossene Werkstättenvon grösserem Umfang vor. Carl Lindemann in Dresden beschäf-tigt in seiner erzgebirgischen Korkfabrik Raschau ausser dem erforder-lichen Directions- und Rechnungspersonal 125 erwachsene, 16 jugend-liche Arbeiter und 5 Frauen. Sein Geschäft, 1855 als erstes in Sachsenbegründet, behauptet einen sehr hohen Rang sowohl durch die Grösseder Production, welche sich bei einem Rohstoffwerthe von 390 000Rmk.auf'150 Millionen Stöpsel aller Arten im Werthe von 500 000 Rmk.beläuft, wie durch die Güte und die ausserordentliche Specialisirungseiner Fabrikate, welche in Hunderten von Nummern von den grossenFlaschenspünden, den Fasszapfen für Brauereien, den Champagner-pfropfen bis zu den Mostrichspunden, den Pfropfen für Opodeldoc-gläser und den allerfeinsten Stöpseln für den Verschluss homöopathischerMedicinen alle erdenklichen Arten von Korken umfassen, wie das inWien eine reichhaltige Probeausstellung zeigte. — Im Oldenburgischen,