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Bd. 3, Abt. 2 (1874)
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Gruppe VIII. Holz - Industrie.

ausser Preisbewerbung stand; Hugo Riha, welcher für ein neuesVer-fahren, mit dem Kitte sofort die Grundfarbe für die in Folge davoubinnen 24 Stunden herzustellenden Imitationen aufzutragen, mit derFortschrittsmedaille ausgezeichnet wurde; ferner Math. Bayer, Joh.Dauber, Wenz. Hruschka uud Anton Reuss.

Deutschland war mit dieser Specialität nicht vertreten. Frank-reich zeigte dieselben Imitationen in vorzüglicher Ausführung aufdünnen Stanniolblättern, die, von der Werkstatt fertig bemalt geliefert,an Ort und Stelle nur aufgeklebt zu werden brauchen ein neuesVerfahren, welches von der Societe de peinture decorative etdimpression sur Etain, die dafür die Fortschrittsmedaille erhielt,ausgebeutet wird. England war durch J. Duncan in London, Nord-amerika duich Pape Brothers & Kugemann in Cincinnati mitverdienstlichen, aber die Leistungen der Wiener nicht völlig erreichen-den Holz- und Marmor-Imitationen vertreten.

Endlich begegnen wir auch in diesem Zusammenhang den Japa-nern. Wollen wir die wenigen ihrer Lackarbeiten, die durch äussereUmstände oder unklare Gruppenabgrenzung vor die Jury der achtenGruppe gerathen waren, auch nicht aus dem Zusammenhang mit denübrigen, höchst interessanten Lackarbeiten reissen, deren Besprechungeinem anderen Berichterstatter obliegt, so müssen wir hier doch eini-ger Tahleaux mit Anstreicherproben auf Holz gedenken, die unter demNamen Hashimoto in Tokio ausgestellt waren. Die eine dieser Muster-sammlungen von 42 Stücken war dadurch besonders interessant, weilsie die fortschreitende Herstellung des Lacküberzuges vom ersten Sta-dium an verfolgen liess, in welchem das Holz mit einem ganz feinen,canevasartigen Gewebe beklebt wird, auf welches dann successive dieLackschichten aufgestrichen werden. Diese Muster waren aber auchinsofern sehr lehrreich, als sie zeigten, wie der Lackanstrich nicht noth-wendig auf die Imitationen fremder Stoffe angewiesen ist, in derenFesseln die Wiener Lackirer und Anstreicher sich gefallen. Die Japa-ner haben für ihren einfachen Lackanstrich den richtigen Stil gefun-den, indem sie als höchstes Ziel nicht die oberflächliche Täuschung desAuges, die doch leicht von den anderen Sinnen, beim Marmor sofortdurch das Gefühl, wieder zerstört wird, suchten, sondern sich in dennatürlichen Grenzen der technischen Mittel bewegen lernten. Das habensie erreicht, indem sie ihren lebhaft gefärbten Farbanstrichen eine ge-tupfte, getigerte, gestrichelte, geflammte Musterung gaben, auch goldeneStreublätter gleichmässig über die Fläche vertheilten und sonst man-cherlei einfache aber eigenartige, weder die Äderung des Holzes nochdie Zufälligkeiten des bunten Marmors nachahmende Abwechselung indie Farbenzusammenstellung brachten.

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