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Bd. 3, Abt. 2 (1874)
Entstehung
Seite
566
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Gruppe VIII. Ilolz - Industrie.

eckigen, oben flach abgerundeten Stöckeln von Fichtenholz stellte sichauf 6 fl. südd. W., von Eichenholz auf 10 fl. siidd. W.; eine mosaikartigeMusterung vertheuert das Piaster um 10 bis 20 Procent.

Die beiden bedeutensten Parquetenfabriken Oesterreichs, Ge-brüder Leistier und St. Barawitzkas Nachfolger, hatten Par-quete für die Ausstattung des österreichischen Kaiserpavillons bei-gesteuert, die eine bedeutende Vorstellung von ihrer Leistungsfähigkeitvermittelten. Doch hatte der Erstgenannte, ein Wiener, keine Muster-collection ausgestellt, so dass wir über die Zeichnung seiner Parquetenkein Urtheil zu geben vermögen, wogegen Stephan BarawitzkasNachfolger in Heiligenstadt an der Nussdorfer Strasse vor Wieneine sehr reichhaltige Ausstellung veranstaltet hatte, welche seine um-fangreiche Fabrikation aufs Beste veranschaulichte. Die technischeAusführung seiner Parqueten ist eine sehr gediegene und die Firmakann, wie sie thut, ohne Gefahrfür alle Gebrechen ihrer Waarewährend acht Jahren haften. Aber die Muster sind keineswegs untadelig.Schon bei den dreifarbigen fallen jene in Oesterreich so beliebten eineganze Tafel füllenden Sterne störend auf, welche auf Eichenholzgrundaus Ahorn und Mahagoni so zusammengesetzt sind, dass jeder Strahlder Länge nach zur Hälfte aus lichtem, zur Hälfte aus dunklem Holzebesteht. Eine Specialität sind die teppichartigen Muster mit allerleiLaub- und Blumenwerk, dunklem auf Ahorngrund, oder ebensolchemhellen auf Nussbaum- und Mahagonigrund. Ein die Continuität derFläche störendes-reliefartiges Herausspringen der Muster ist hier frei-lich nicht auszusetzen, die Pflanzengebilde verrathen aber zum nichtgeringen Theil jene antiquirten leblosen Contoureu, welche man erhält,wenn man aus einem vier- oder achtfach im Dreieck gebrochenen BlattePapier mit der Scheere allerlei Zacken herausschneidet. Ein Einflussdes österreichischen Museums ist hier eben so wenig bemerkbar wieein solcher der modernen Wiener Arehitectur. Die Preise dieserParqueten stellten sich für den Klafter auf 23 bis 25 fl. für die ein-farbig aus Eichenholz gebildeten Muster, auf 27 bis 44 fl. für dieStern- und reichsten Bandmuster, auf 29 bis 48 fl. für die zweifarbigenMuster mit geschweift contourirten Einlagen, auf 57 fl. für die drei-und vierfarbigen Muster dieser Art.

In der Collectivausstellung der Wiener Tischler hatte Joh.Schwab Parqueten ausgestellt, von deren Mustern Sonderliches nichtzu berichten, die aber durch Billigkeit besonders der einfacheren Sor-ten Beachtung fanden.

Bei den Fabriken der Provinz tritt der Mangel an Stil in denMustern noch weit auffälliger hervor. Die oben erwähnten reliefartigenSterne beherrschen die reicheren Zeichnungen und man begnügt sichnicht mehr mit einem derselben, sondern legt gar zwei übereinander,