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Gruppe VIII. Holz - Industrie.
geleimt wird. Nach vielseitigen Beobachtungen steht fest, dass dasHolz, in der Richtung der Längsfasern so unwesentlich schwindet, dassdie Unterschiede wenigstens für die hier in Rede stehende Verarbeitungausser Acht gelassen werden können, dass dagegen das Schwinden inder Breite (Querholz) bis auf 10 Procent, bei einigen Holzarten nochdarüber steigt. Da nun völlig ausgetrocknetes, dem Schwinden nichtmehr unterworfenes Holz nur in seltenen Ausnahmefällen erreichbarist, wird der Holzbearbeiter Sorge zu tragen haben, die einzelnen Stücke,aus denen er eine Parquettafel zusammenfügt, so zu schneiden, dass ihrkleinster Durchmesser mit der Richtung, in welcher das Holz am meistenschwindet, zusammenfällt. Er wird z. B. zu den vier Stücken einesRahmens nur Langholz, nie Querholz verwenden. Auch wenn er einegrössere Zahl dreieckiger oder rautenförmiger Stücke mit den Spitzenum einen Mittelpunkt ordnet, wird er jenes Verhältniss wohl erwägenmüssen, wenn er sich nicht der Gefahr aussetzen will, in Bälde einLoch an Stelle jenes Mittelpunktes vorzufinden. Diese Beispiele wer-den genügen um deutlich zu machen, was wir mit der Behauptungmeinen, ein und dasselbe Flächenmüster, das auf dem Papiere stilge-recht erscheint, könne in der Ausführung völlig verpfuscht sein, wennLang- und Querholz unrichtig zusammengestemmt worden. Es ist diesum so wichtiger, als viele kleinere Fabriken die leicht zugänglichenMuster der älteren wohlangesehenen und über künstlerische Zeichnerverfügenden Etablissements copiren. Ein Beispiel für alle möge hiergenügen: Unter den Mustern der trefflichen Parquetbodenfabrik vonF. Wirth’s Söhne in Stuttgart befindet sich eines (No. 28), dessenquadratische Tafeln aus zwei durch einen schmalen dunklen Streifengetrennten eichenen Rahmen bestehen, welche ein weissliches Feld ein-schliessen, auf dem vier dunkel umränderte kleine Quadrate so miteinem fünften verknüpft sind, dass ihre Ränder zusammen eine sichselbst zurückkehrende Bandverschlingung darstellen. Die Fasern dereichenen Rahmenstücke laufen hier den Seiten der Tafeln parallel.Dasselbe Muster sahen wir dann in der Parquetenfabrik von FranzKotnik in Verd bei Oberlaibach, nur mit der Veränderung, dassdie Fasern der inneren Rahmenstücke senkrecht zu den Seiten der Tafelstanden. Dort richtiges Verständniss der Technik, hier blindes Nach-ahmen einer Zeichnung ohne Stoffkenntniss. Die für die Beurtheilungvon Parqueten so überaus wichtige gleichmässige Güte des Blindholzesentzieht sich auf den Ausstellungen insofern der Kritik, als immer nureinzelne Proben von Parqueten vorliegen, die auf die gesammte Fabri-kation keinen Rückschluss gestatten. Der Käufer wird daher immerauf die Respectabilität der Fabrik angewiesen bleiben.
Von' den Ausstellern des Deutschen Reiches nennen wirF. Wirth’s Söhne in Stuttgart, die mit einer Jahresproduction von